
Wie wir Ressourcen schonen
Nachhaltigkeit
Als Naturschutzorganisation schützen wir nicht nur Tierarten und Lebensräume: Wir reduzieren auch unseren eigenen Ressourcenverbrauch und arbeiten stetig daran, unsere eigene Nachhaltigkeit zu verbessern.
CO₂-Kompensation
Wir kompensieren die eigenen betrieblichen Emissionen – und arbeiten weiterhin daran, diese zu reduzieren. Hierzu haben wir eine freiwillige Zielvereinbarung mit der Energie-Agentur der Wirtschaft unterzeichnet. Darin verpflichtet wir uns zu einer weiteren Einsparung von CO₂.
Unsere CO₂-Emissionen ermitteln wir seit 2010 jährlich mittels des «Greenhouse Gas Protocol». Die Emissionen schwanken von Jahr zu Jahr und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Manche davon sind nur bedingt kontrollierbar. So beeinflussen etwa das Besucheraufkommen aber auch periodische Unterhaltsarbeiten (z.B. Heizungssanierungen) oder unvorhersehbare Defekte (z.B. Kühlmittel-Leckagen der Wärmepumpe) die Emissionen, zum Teil erheblich.
Vollständig können wir Emissionen noch nicht vermeiden, selbst nicht mit den umfangreichen Massnahmen, die wir tätigen. Aus diesem Grund kompensieren wir diese nicht beeinflussbaren Überschüsse in sorgfältig ausgewählten Projekten. Wir stellen dabei hohe Anforderungen an die Projekte, die sie nicht nur hinsichtlich der CO₂-Reduktion erfüllen müssen, sondern auch in allen anderen Belangen von Nachhaltigkeit.

Einer der wichtigsten Regenwälder Kambodschas: Keo Seima Wildlife Sanctuary. Bild: Filip Agoo/Everland
Unser Kompensationsprojekt
Das Keo Seima Wildlife Sanctuary REDD+ schützt einen der wichtigsten Regenwälder Kambodschas. Dieser ist Lebensraum für zahlreiche zum Teil stark bedrohte Tierarten. In den 166'000 Hektar Regenwald leben zudem rund 12'000 Menschen in 20 Lokalgemeinschaften.
Mit Unterstützung der Wildlife Conservation Society WCS ist hier ein nachhaltiges Waldmanagement entstanden, das illegale Abholzungen vermeidet. Die Erhaltung des Regenwalds bindet CO₂ und schafft Arbeitsplätze.
Für die Bevölkerung schafft das Projekt einen sicheren und legalen Lebensraum (Indigenous Communal Land Titles). Kinder erhalten Zugang zu Schulbildung. Sieben Dörfer haben bisher rechtlich anerkannte Landtitel erhalten. Das Ziel ist es, dass die Bunong ihren eigenen Regenwald nachhaltig pflegen und schützen können.
Strom
Wir beziehen zu 100 Prozent erneuerbaren Strom des Labels «naturemade star» von ewz. «ewz.pronatur» steht für Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Sonne, Biomasse und Wind. Dazu sagen die ewz: «Der naturemade star-Fond unterstützt die Renaturierung von Gewässern sowie die Aufwertung seltener Lebensräume für Pflanzen und Tiere.»

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Naturschutzzentrums beim Masoala Regenwald liefert seit 2023 Strom. Bild: Zoo Zürich, Nick Soland
Photovoltaik
2025 produzierten die zooeigenen Photovoltaikanlagen und Solarpanels an 8 Standorten im Zoo knapp 534'000 kWh Strom. Den Löwenanteil davon lieferte die Anlage auf dem Dach und an der Fassade des Masoala Regenwalds mit 180'0000 bis 200'000 kWh Strom. Insgesamt betrieben wir Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von 3215 Quadratmetern.
Wo möglich setzen wir in den Tierhäusern, im Gästebereich und in den Büros Stromsparlampen und Bewegungsmelder ein. Mit der Optimierung von Pumpen und Antrieben reduzieren wir den Stromverbrauch weiter.
Wärme
Wir produzieren rund 98 Prozent der benötigten Wärme nachhaltig. Rund 75 Prozent der Wärme erzeugen wir mit (FSC-) Holzschnitzeln, rund 23 Prozent mittels einer Wärmepumpe im Masoala Regenwald. Durch den Einsatz von rund 7000 Kubikmetern Holzschnitzel können wir bis zu 600'000 Liter Heizöl pro Jahr einsparen; die Wärmepumpe spart bis zu 180'000 Liter Heizöl.
Über Optimierungen der Energiezentrale und die damit verbundene Reduktion des Öl-Anteils haben wir den jährlichen CO₂-Ausstoss seit 2010 um 700 Tonnen reduziert.

Rund 7000 Kubikmeter Holzschnitzel befeuern die Heizung des Zoos – und sparen bis zu 600'000 Liter Heizöl ein. Bild: Zoo Zürich, Marco Schaffner
Wärmepumpe
2010 haben wir im Masoala Regenwald 40 Erdsonden in je 250 Metern Tiefe installiert. Über eine Wärmepumpe erzeugen sie seither den grössten Teil der benötigten Wärme für den Masoala Regenwald. Überschüssige Kälte der Wärmepumpe nutzen wir durch Wärmerückgewinnung für die Gastronomie und die Lüftung des Masoala Regenwalds.
Durch den Einsatz der Wärmerückgewinnungsanlagen, die Erneuerung der Energiezentrale und eine optimale Wärmedämmung bei Um- und Neubauten reduzieren wir die Heizleistung und vor allem den Öl-Anteil zusätzlich. Dieser macht heute nur noch 1 bis 2% des gesamten Wärmebardarfs aus – früher waren es noch rund 30%.

Der Masoala Regenwald bezieht den grössten Teil seiner Wärme über eine Wärmepumpe – und an sonnigen Tagen auch direkt von der Sonne. Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess
Gestaffelte Heizung
Als weitere Effizienzsteigerungsmassnahme hat einer unserer Mitarbeiter über eine selbstentwickelte clevere technische Anpassung eine Staffelung eingeführt, damit nicht alle Bezüger im Heizungsnetz gleichzeitig voll Hitze anfordern (etwa um 6 Uhr morgens). Das Gebäudeleitsystem regelt dies automatisiert.
So verzögert zum Beispiel das Heizsystem des Masoala Regenwalds bei erwartet schönem Wetter (klarer Himmel um 6 Uhr morgens) den Aufheizvorgang. Dies ermöglicht der Sonne, diese Arbeit zu übernehmen. Dadurch sparen wir Heizenergie. Im Lewa Giraffenhaus ist eine ähnliche Schaltung eingebaut.
Wasser
Wir beschränken unseren Wasserverbrauch auf das Nötigste, wobei wir selbstredend auf die Bedürfnisse der Tiere Rücksicht nehmen. Unsere zum Teil grossen Wasserflächen reinigen wir unter anderem mit Teichreinigungssystemen (Pflanzensandfilter, biologische Kläranlagen, Drucksandfilter, Trommelfilteranlagen) in der Anlage selbst und müssen damit weniger Frischwasser einspeisen. Zur Nachspeisung der Teiche und zur Beregnung nutzen wir in verschiedenen Bereichen Regenwasser.
Den Masoala Regenwald beispielsweise versorgen wir durch aufbereitetes Regenwasser. Dort, wo kein Regenwasser zur Beregnung eingesetzt werden kann, ist zum Teil Osmosewasser nötig. Bei dessen Produktion entsteht ein Restwasser (Grauwasser). Dieses nutzen wir im Masoala Regenwald etwa für die Toilettenspülungen.

Die Asiatische Elefantenkuh Farha bei einem der vielen Wasserbecken im Kaeng Krachan Elefantenpark. Bild: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Abfall
Auf unserem Betriebshof sammeln wir Abfall getrennt nach Metall, Holz, Papier, Karton, Glas, Bauschutt, Aushub, Grüngut, Batterien, Farben/Lacke und PET. So können wir die Wertstoffe fachgerecht dem Recycling oder der Entsorgung zuführen. Durch die Zentralisierung, grössere Mulden und ein effizientes Entsorgungskonzept können wir zudem Entsorgungsfahrten einsparen.
Grünabfälle wie etwa Mist und Speisereste führen wir der Biogasproduktion zu. Pflanzenteile (Stämme und Äste) und Holzschnitzel aus dem eigenen Wald bereiten wir für die Tiere auf. Nach Gebrauch kompostieren wir sie und verwerten sie ein weiteres Mal (z.B. als Kompost, Rindenmulch, Erde).
Altes Holz nutzen wir zum Teil zur Verhaltensanreicherung der Tiere. Danach wird es gehackt, als Holzschnitzel in Tieranlagen und zum Schluss als Grünabfall zur Biogasherstellung verwendet.

Dank einer eigens konzipierten Sammelstelle können die Zoogäste ihre kompostierbaren Abfälle – sowohl die Essensreste als auch das Einweggeschirr – fachgerecht entsorgen. Bild: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler
Recyclingstationen für die Gäste
An unseren Verpflegungsstandorten in der Lewa Savanne (Ubele Kiosk), im Kaeng Krachan Elefantenpark (Pranburi-Kiosk) und beim Säntisblick sammeln wir auch im Gästebereich kompostierbare Abfälle. Dies sind nicht nur Essensreste, denn alle an den Verpflegungsständen verkauften Produkte sind kompostierbar, also auch das Geschirr, die Trinkbecher etc. Über die Sammelstationen können wir auch diese der Biogasproduktion zuführen. Einzige Ausnahme: Pet-Getränkeflaschen. Diese sammeln wir getrennt und führen sie dem Recycling zu.
Verkehr
Wir empfehlen unseren Gästen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und kommunizieren dies aktiv. Mittels Partnerschaften mit den SBB und dem ZVV setzen wir entsprechende Anreize.
Zudem verfolgen wir das Projekt einer Seilbahn von Stettbach auf den Zürichberg. Sie macht die Anreise mittels ÖV attraktiver und fördert sie weiter.

Die Zooseilbahn ist zentral, um den Zoo noch besser mit ÖV zu erschliessen, insbesondere für Gäste aus der Ostschweiz. Visualisierung: Region Five Media
Die zooeigene Fahrzeugflotte ist grösstenteils elektrisch und mit Ökostrom betrieben. Bei der Neuanschaffung bevorzugen wir wo immer möglich Elektrofahrzeuge, selbst wenn diese in der Anschaffung teurer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.
Die Anreise der Zoogäste kompenieren wir als persönliche Immissionen unsere Gäste nicht.
Geld für Naturschutz
Die Gewinne der Zoorestaurants und Zooshops fliessen direkt in den Zoo Zürich und unterstützen damit unsere ideellen Ziele. Aus allen Umsätzen der Zoorestaurants und Zooshops gehen zwei Prozent zuhanden unserer Naturschutzprojekte.

Sumatra ist eines der acht Schwerpunkt-Naturschutzprojekte, die der Zoo Zürich langjährig unterstützt. Bild: Stiftung PanEco, Aristo
Weiterentwicklung
Wir sind bestrebt, im Bereich der Nachhaltigkeit laufend besser zu werden. Über die nächsten Jahre verfolgen wir hierzu unter anderem folgende Massnahmen:
Weitere Optimierung des Energie- und Wasserverbrauchs;
Weitere Reduktion der Abfallmenge;
Alte Häuser auf ihre Wärmedämmung überprüfen, sanieren oder ersetzen;
Weitere Optimierung der Transportlogistik;
Laufende Überprüfung und Justierung der Bezugsquellen und deren Nachhaltigkeit für Restaurant- und Shopprodukte.
- Bildung
- Forschung
- Artenschutz
LebensräumeWir schützen Natur – lokal und global