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Westliche Flachlandgorillas im Zoo Zürich.

Beschäftigung für die Gorillas

Die Menschenaffen gehören zu den Tierarten im Zoo, die besonders stark auf die Abwesenheit der Zoobesucher reagieren. Um sie in der aktuellen Situation zu beschäftigen, setzen wir bei der Fütterung diverse Hilfsmittel ein.

Ein geschlossener Zoo bedeutet menschenleere Besucherbereiche, kein «Leben» ausserhalb der Gehege, kein Kinderlachen. Das bedeutet aber auch, dass sich dadurch die Umwelt der im Zoo lebenden Tiere verändert. Die Tiere wissen, in welchem Bereich ihrer Anlage normalerweise Besucher erscheinen, vorbeigehen oder stehen bleiben, woher die Geräusche kommen, wohin sie ihre Aufmerksamkeit richten müssen.

Beschäftigung für die Gorillas während der besucherfreien Zeit.
Vidoe: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

Für verschiedene Arten, insbesondere Primaten, sind die Besucher ein interessanter Umweltfaktor. Mit dieser «Umwelt» kann auch interagiert werden: Wenn die Gorillas zum Beispiel an die Scheibe springen oder im Vorbeigehen an die Scheibe klopfen, erwarten sie eine Reaktion auf der Besucherseite. Schon ein abendlicher Spaziergang im Zoo kann spezielle Aufmerksamkeit erregen, da zu dieser Zeit dieser «Umweltfaktor Mensch» nicht erwartet wird.

Bleibt dieser «Mensch» nun längere Zeit aus, fehlt ein Umweltreiz. Den Menschenaffen fehlt ein interaktiver Teil ihrer Umwelt (dass diese Tiere sehr wohl mitbekommen, was ausserhalb ihrer Anlage läuft, zeigt der Umstand, dass sich der Tierarzt kaum unbemerkt im Besucherbereich aufhalten kann). So begegnen jetzt insbesondere die Gorillas gelegentlichen Besuchern des Menschenaffenhauses mit grossem Interesse. Um diese Tiere nun anderweitig herauszufordern, lassen sich die Tierpfleger zusätzliche Verhaltensanreicherungen einfallen.