Hausmeerschweinchen
Cavia aperea f. porcellus
Meerschweinchen sind weder kleine Schweine noch leben sie im Meer. Der Name lässt sich vermutlich auf zwei Ursprünge zurückführen: Zum einen erinnern ihre Laute an das Quieken von Schweinen. Zum anderen wurden die Tiere ab dem 16. Jahrhundert von Händlern mit Schiffen über das Meer nach Europa gebracht, wodurch sich die Bezeichnung «Meerschweinchen» eingebürgert haben dürfte.
Die heutigen Hausmeerschweinchen gehen auf Wildmeerschweinchen aus dem Andenraum in Südamerika zurück (Bolivien, Ecuador, Peru). Dort wurden sie bereits vor mehreren tausend Jahren von indigenen Kulturen als Nutztiere domestiziert und stellten eine wichtige Nahrungsquelle dar.
Während Wildmeerschweinchen meist ein einheitlich graubraunes, glattes Fell, einen schlanken Körperbau und ein ausgeprägtes Fluchtverhalten zeigen, weist das Hausmeerschweinchen eine grosse Vielfalt an Fellfarben, -mustern und -strukturen auf. Auch der Körper ist kompakter, und die Tiere sind insgesamt ruhiger und weniger scheu. Sowohl Haus- als auch Wildmeerschweinchen sind tag- und dämmerungsaktiv und leben in sozialen Gruppen, welche im natürlichen Lebensraum aus einem erwachsenen Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Mehrere erwachsene Männchen in derselben Gruppe bekämpfen sich bis zum Tod.
Die Kommunikation erfolgt über eine Vielzahl von Lauten, darunter Pfeifen, Brummen und Quieken, sowie über Körpersprache. Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und können Vitamin C nicht selbst herstellen, weshalb sie auf eine entsprechende Zufuhr über die Nahrung angewiesen sind.
| Verwandtschaft | Nagetiere, Stachelschweinverwandte, Echte Meerschweinchen (6 Arten), Hausmeerschweinchen (über 20 Rassen) |
| Lebensraum | Wildform in Grasland bis auf 4000 Meter über Meer |
| Lebensweise | tag- und nachtaktiv, bodenlebend |
| Sozialstruktur | in Gruppen, keine Einzeltiere |
| Futter | Gräser, Heu, Gemüse, wenig Obst |
| Gewicht | Weibchen bis 1,2 kg, Männchen bis 1,3 kg, Jungtiere 50 bis 120 g |
| Schulterhöhe | 10 bis 12 cm |
| Kopf-Rumpflänge | 20 bis 35 cm |
| Schwanzlänge | kein Schwanz |
| Tragzeit | 62 bis 72 Tage |
| Wurfgrösse | 1 bis 7 Jungtiere, Nestflüchter |
| Geschlechtsreife | 6 bis 12 Monate |
| Lebenserwartung | bis 10 Jahre, selten bis 15 Jahre |
| Nutzung | Fleisch (auch Intensivmast in Südamerika), Haltung als Haustier, Futtertier |
| Aktueller Bestand | populäres Haustier in Europa und in den USA, vor mindestens 4000 Jahren in Südamerika als Haustier gezüchtet, um 1554 von Conrad Gessner in Zürich erstmals beschrieben |
| Im Zoo Zürich seit | 1929 bis 1954, dann ab 1977 (ab 2002 im Zoolino) |
Tierstimme
Pat*innen
| T. Samuel, Turbenthal | |
| L. Charon, Ebertswil | |
| S. Hanselmann, Lachen | |
| M. Wünsche, Boppelsen | |
| S. Schweizer, Schinznach-Bad | |
| M. Schönenberger, Saland | |
| J. Zürcher, Dinhard | |
| L. Büchli, Zürich | |
| M. Trachsler, Zürich | |
| A. Thurnheer, Bassersdorf | |
| T. Knauer, Urdorf | |
| L. Wintsch, Tagelswangen | |
| A. Berckemeyer-Huber, Affoltern am Albis | |
| D. Imhof, Neuenhof | |
| M. Hirsiger, Wettswil | |
| B. Benatti, Besenbüren | |
| S. von Arb, Brugg | |
| M. Bochud Dzemaili, Zürich | |
| L. Schmitz, Stallikon | |
| Familie Graeff-Bauer, Rüschlikon | |
| M. Strasser, Mellingen | |
| J. Reinmann, Zürich | |
| L. Ackle, Herznach | |
| S. Benatti, Besenbüren | |
| E. Goldinger, Müllheim Dorf |