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Sumatra-Orang-Utan Cahaya mit Jungtier Utu im Zoo Zürich.

Kleiner «Floh» bei den Orang-Utans

Eine für Orang-Utans etwas rasante Familienplanung: hier die freudige Geburt eines weiteren Ambassadors, dort die wichtige Unterstützung des Orang-Utan-Schutzprogramms der Stiftung PanEco auf Sumatra.

Bei unseren Sumatra-Orang-Utans hat es Nachwuchs gegeben: Cahaya hat eine kleine Tochter zur Welt gebracht. Sie trägt den Namen Utu, was «Floh» bedeutet.

Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder | Nicole Cathomen

Utu kam für uns etwas überraschend. Nicht, weil wir die Schwangerschaft nicht bemerkt hätten. Sondern weil wir eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten hatten. Denn solange eine Orang-Utan-Mutter ein Jungtier säugt – und das ist etwa während drei Jahren der Fall –, sorgt in der Regel eine sogenannte Laktationsamenorrhö dafür, dass es nicht zu einem Eisprung kommt. Der zweitjüngste Spross von Cahaya, Tochter Riang, ist im Juni 2017 auf die Welt gekommen. Das bedeutet, dass ihre jüngere Schwester Utu das übliche Geburtsintervall um knapp 20 Monate unterschritten hat.

Sumatra-Orang-Utan Cahaya mit Jungtier Utu im Zoo Zürich.

Mutter Cahaya mit Tochter Utu. Foto: Zoo Zürich, Marco Schaffner

Cahaya hat alle Hände voll zu tun. Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

Bei den Orang-Utans sind Geburtsintervalle von vier bis fünf Jahren, oft gar sechs bis acht Jahren üblich – in der Wildnis haben Sumatra-Orang-Utans die längsten Geburtsintervalle aller Säugetiere. Im Zuchtprogramm galt im bisher die Empfehlung, dass für die Beeinflussung der Geburtsintervalle 30 Monate nach der letzten Geburt mit der Verabreichung der Pille begonnen werden sollte. Diese Empfehlung muss wohl überdacht werden …

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Hochbetrieb in der Auffangstation

Ungewöhnliches gibt es auch aus unserem Naturschutzprogramm Sumatra zu berichten. In der Auffang- und Pflegestation des Orang-Utan-Schutzprogramms unserer Partnerin, der Stiftung PanEco, wurden zu Jahresbeginn innerhalb weniger Wochen acht neue Orang-Utans eingeliefert – das ist aussergewöhnlich. Letztes Jahr waren es im Mittel pro Monat 2,2 Orang-Utans gewesen.

Junge Sumatra-Orang-Utans im PanEco-Schutzprogramm.

Zwei der jungen Neuzugänge im Orang-Utan-Schutzprogramm: Uda und Haga. Foto: Stiftung PanEco

Nicht nur die grosse Anzahl neuer Tiere ist dabei überraschend, sondern auch deren Alter. Seit mehreren Monaten stellen die PanEco-Mitarbeitenden in der Auffang- und Pflegestation fest, dass immer mehr sehr junge Patienten zu ihnen gebracht werden.

Junge Sumatra-Orang-Utans im PanEco-Schutzprogramm.

Uda und Haga. Foto: Stiftung PanEco

Unter den Tieren, die in den letzten Wochen zu PanEco gebracht wurden, befindet sich auch Rundeng. Sie ist der jüngste Patient, der je in die Auffang- und Pflegestation gebracht worden ist. Rundeng war alleine in einer Palmölplantage aufgefunden worden – im Alter von nur gerade zwei Wochen.

Junger Sumatra-Orang-Utan im PanEco-Schutzprogramm.

Rundeng ist der jüngste Orang-Utan, der je in die Auffang- und Pflegestation gebdracht worden ist. Foto: Stiftung PanEco

Rundeng und die anderen Jungtiere stellen hohe Ansprüche an die Mitarbeitenden der Auffang- und Pflegestation. Ähnlich wie Menschenbabys sind die jungen Orant-Utans auf eine engmaschige 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Bis sie bereit sind für einen Umzug in eine der Auswilderungsstationen, werden etwa sechs Jahre vergehen.

Junger Sumatra-Orang-Utan im PanEco-Schutzprogramm.

Die kleine Rundeng. Foto: Stiftung PanEco

In Südostasien fallen unvorstellbar grosse Flächen an Regenwald Palmölplantagen zum Opfer. Die Tiere und Pflanzen des Regenwalds verlieren ihren Lebensraum und ihre Lebensgrundlage. In den Monokultur-Plantagen haben sie keine Chance, zu überleben.

Das Naturschutzprojekt Sumatra

Video: Zoo Zürich, naturemovie.ch

Was der Zoo Zürich und die Stiftung PanEco in Sumatra tun, um den Orang-Utans zu helfen:

Projekt Sumatra