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  • Lebensgemeinschaft in der Lewa Savanne im Zoo Zürich.
    Breitmaulnashörner auf der Lewa Savanne im Zoo Zürich.
    Lebensgemeinschaft in der Lewa Savanne im Zoo Zürich.
    Luftaufnahme Lewa Savanne im Zoo Zürich.
    Luftaufnahme Lewa Savanne im Zoo Zürich.

    Neue Lewa Savanne ab 6. Juni eröffnet

    Mit der Wiedereröffnung des Zoo Zürich am 6. Juni 2020 nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Schliessung ist zugleich auch die neue Lewa Savanne eröffnet. Die Anlage für Giraffen, Nashörner und weitere afrikanische Tiere ist mit einem langjährigen Naturschutzprojekt in Kenia gekoppelt.

    Nach einer zwölfwöchigen Schliessung darf der Zoo Zürich am kommenden Samstag, 6. Juni 2020, seine Tore endlich wieder für die Zoobesucher öffnen. Die Wiedereröffnung des Zoos bedeutet zugleich auch die Eröffnung der neuen Lewa Savanne, die ab sofort für alle Besuchenden zugänglich ist. Die Feierlichkeiten zur ursprünglich für Ostern geplanten Einweihung mussten leider abgesagt werden.

    Die Lewa Savanne ist im Rahmen des 1993 von Zoodirektor Alex Rübel vorgestellten Masterplans des Zoo Zürich als drittes Schlüsselprojekt nach dem Masoala Regenwald (2003) und dem Kaeng Krachan Elefantenpark (2014) entstanden. Die mit 5,6 Hektar flächenmässig grösste Anlage des Zoos beheimatet fünfzehn Tierarten, darunter Netzgiraffen, Breitmaulnashörner und Grevyzebras, Antilopen und Strausse, Erdmännchen und Tüpfelhyänen und weitere afrikanische Savannentiere.

    Der Zoo Zürich hat die Savannen-Anlage wie alle bisherigen Projekte für Tieranlagen im Zoo vollständig durch Spenden finanziert. Die Kosten belaufen sich auf CHF 56 Mio.

    Naturschutzprojekt in Kenia seit 1998

    Namenspate der Lewa Savanne im Zoo Zürich ist das Lewa Wildlife Conservancy in Kenia. Der Zoo Zürich unterstützt das zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörende Reservat seit 22 Jahren. Zum Engagement gehören die Bekämpfung der Wilderei, die Minderung von Mensch-Wildtier-Konflikten – etwa mit der Schaffung von Wildtierkorridoren –, Nashornumsiedlungen in neue Schutzgebiete und sozioökonomische Projekte für die Bevölkerung. Die Lewa Savanne in Zürich soll die Zoobesuchenden mittels der Verbindung zu Lewa in Kenia anregen, sich aktiv für die Erhaltung bedrohter Tierarten und Lebensräume einzusetzen.

    Durch ein afrikanisch gestaltetes Eingangstor führt der Hauptweg vom Kaeng Krachan Elefantenpark herkommend zunächst durch eine grosse begehbare Voliere mit Graupapageien. Von hier aus geht es durch eine Schlucht weiter ins Lewa Giraffenhaus, der Innenbereich für Netzgiraffen und Breitmaulnashörner. Dank zweier Ebenen können die Besucher dort beide Tierarten «auf Augenhöhe» beobachten. Eine Ausstellung mit massstabgetreuen Bronzenashörnern und ein Kino informieren über die Tiere, ihren natürlichen Lebensraum und ihre Bedrohungslage. Auch die Zusammenarbeit mit dem Lewa Wildlife Conservancy in Kenia wird vorgestellt.

    Im Lewa Giraffenhaus sind zudem die in hochsozial organisierten Strukturen lebenden Nacktmulle zu Hause. Die Besucher können sie dank spezieller «Gucklöcher» in ihren unterirdischen Gängen beobachten.

    Aus dem Innenbereich hinaus führt der Weg über einen langsam ansteigenden, gedeckten Steg der Savanne entlang. Er bringt die Besucher zu einem riesigen (künstlichen) Baobab, der auch begehbar ist. Hinter dem ikonischen afrikanischen Affenbrotbaum führt ein Steg ein Stück weit in die Savanne hinein und versetzt die Besucher so mitten in die Landschaft.
    Neben dem Baobab und dem Savannen-Steg sorgen in einer eigenen Anlage Erdmännchen für viel Betrieb und attraktive Beobachtungsmöglichkeiten.

    Die Besucher befinden sich nun mitten im Lewa Dorf, mit einer Schule, einem Coiffeursalon und einem kleinen afrikanischen Flugplatz. Hier erhalten sie auch Informationen und Tipps, wodurch sich nachhaltiger Tourismus auszeichnet und worauf beim Reisen zu achten ist, damit die lokale Bevölkerung und Tierwelt nicht unter den Gästen leiden, sondern möglichst von ihnen profitieren können. Auf dem Flugfeld steht eine (fest verankerte) Nachbildung des ikonischen Serengeti-Flugzeugs des legendären deutschen Zoologen und Tierfilmers Bernhard Grzimek. Daneben weiden Dahomey-Rinder. Im nahe gelegenen Ubele Pavillon gibt es Speisen und Getränke zu kaufen. Ein Picknickplatz lädt zu Verschnauf- und Verpflegungspausen ein.

    Von einer erhöhten Geländestufe oberhalb des Wasserlochs präsentiert sich den Besuchern ein schöner Weitblick über die Savannenlandschaft mit ziehenden Giraffen, weidenden Nashörnern, Grevyzebras, Impalas, Säbelantilopen und Straussen. Auch Helmperlhühner wuseln in der Savanne herum. An speziellen Events können die Gäste abends am Wasserloch die im Mondlicht trinkenden Tiere beobachten.

    Der Besucherweg verläuft weiter entlang des Lewa Airstrips an der Haltestelle des Masoala Express vorbei zu den Kopjefelsen, den mächtigen afrikanischen Inselbergen, die von weither sichtbar im Südosten der Lewa Savanne aufragen. Der Weg führt vorbei an einem im Schlamm festgefahrenen Safaribus, der eine attraktive Einsicht in die Savanne bietet. Bei den Kopjefelsen angekommen, gelangen die Besucher zwischen Felsformationen hindurch zu weiteren Tieranlagen. Stachelschweine, Spaltenschildkröten, Felsenschildechsen und die imposanten Tüpfelhyänen sind hier in eigenen Anlagen zu Hause.

    Ausgewählte Zahlen

    Fläche Gesamtanlage: 5,6 ha
    Fläche Lewa Giraffenhaus: 2400 m2
    Volumen Wasserloch: ca. 180 m3
    Höhe grosser Baobab:19 m
    Umfang grosser Baobab: 23 m
    Stammdurchmesser Baobab: 7,5 m
    Höchster Kopjefels: 13 m
    Anzahl Futterbäume: 4
    Anzahl Futterstellen: 28 Futterautomaten mit insgesamt 36 Ausgabestellen

    In der neuen Lewa Savanne im Zoo Zürich leben fünfzehn Tierarten: zehn Säugetierarten, drei Vogelarten und zwei Reptilienarten.

    Die Lewa Savanne beherbergt vom kleinsten Nacktmull bis zur grössten Giraffe eine Vielfalt an Tierarten, die auf der grossen Savanne, im angrenzenden Lewa Dorf, im Lewa Giraffenhaus sowie in den Kopjefelsen anzutreffen sind. Die grösste Lebensgemeinschaft bilden dabei die Breitmaulnashörner, Netzgiraffen, Grevyzebras, Impalas, Säbelantilopen, Strausse und Helmperlhühner, die vergesellschaftet alle gemeinsam in der grossen Aussenanlage zusammenleben.

    Säugetiere

    • Dahomey-Rind (Bos taurus f. dom.)
    • Erdmännchen (Suricata suricatta)
    • Grevyzebra (Equus grevyi)
    • Impala (Aepyceros melampus)
    • Nacktmull (Heterocephalus glaber)
    • Netzgiraffe (Giraffa reticulata)
    • Säbelantilope (Oryx dammah)
    • Stachelschwein (Hystrix cristata)
    • Südliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum)
    • Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta)

    VÖGEL

    • Graupapagei (Psittacus erithacus)
    • Helmperlhuhn (Numida meleagris)
    • Strauss (Struthio camelus)

    REPTILIEN

    • Felsenschildechse (Gerrhosaurus validus)
    • Spaltenschildkröte (Malacochersus tornieri)

    Leittierarten: Breitmaulnashorn, Netzgiraffe, Grevyzebra.

    In internationalen Zuchtprogrammen: Südliches Breitmaulnashorn, Grevyzebra, Netzgiraffe, Säbelantilope, Spaltenschildkröte, Tüpfelhyäne.

    ZUCHTPROGRAMME

    Detailinformationen zu den einzelnen Tierarten gibt es im Tierlexikon

    Tierlexikon

    AUSGEWÄHLTE (FUN-)FACTS ZU DEN LEWA-TIEREN

    Die Bedrohtesten

    Die Tierart in der Lewa Savanne mit der kleinsten (gesicherten) Bestandeszahl wildlebender Tiere ist das Grevyzebra (IUCN-Status «stark gefährdet»). Derzeit gibt es rund 3000 wildlebende Tiere dieser Art. Bedroht sind aber auch die Spaltenschildkröte («vom Aussterben bedroht», keine gesicherten Bestandeszahlen), der Graupapagei («stark gefährdet»), die Netzgiraffe («gefährdet») und das Breitmaulnashorn («potenziell gefährdet»). Die Säbelantilope trägt gar den IUCN-Status «in der Natur ausgestorben», weil alle wildlebenden Tiere durch die Jagd ausgerottet wurden. In Menschenobhut ist die Säbelantilope aber (wieder) recht verbreitet und im Tschad gibt es inzwischen auch einige wiederangesiedelte wildlebende Tiere.

    Die Grösste, der Kleinste und Leichteste und das Schwerste

    Das grösste Tier in der Lewa Savanne ist die Netzgiraffe. Sie kann bis zu fünf Meter hoch werden, wobei allein der Hals etwa zwei Meter lang ist. Trotz dieser Länge hat der Giraffenhals aber, wie bei fast allen Säugetieren, nur sieben Halswirbel. Das kleinste Tier ist der vorwiegend unterirdisch lebende Nacktmull, der inklusive Schwanz etwa 10-15 Zentimeter misst. Das Dahomey-Rind ist immerhin das kleinste seiner Art, nämlich die kleinste Rinderrasse der Welt. Der Nacktmull ist mit 30-80 Gramm auch das leichteste Tier in der Lewa Savanne. Das schwerste ist das Breitmaulnashorn, das – trotz ausschliesslicher Gräserkost – bis zu 2,3 Tonnen auf die Waage bringt.

    Der Lauteste, die Leiseste und die Überraschung

    Die lauteste Tierart in der Lewa Savanne ist der Graupapagei. Der stimmgewandte Vogel erreicht Lautstärken von bis zu 110 Dezibel (und gehört mit einer Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren auch zu den langlebigsten Lewa-Tieren im Zoo). Ganz anders die Netzgiraffe. Ihre Laute befinden sich in einem für das menschliche Gehör nicht hörbaren Frequenzbereich (Infraschall); auf uns wirken sie damit stumm. Die Breitmaulnashörner überraschen derweil mit ihrem für ein so massiges Tier überraschend sanften und hohen Quieken.

    Die Schnellste, die mit dem stärksten Biss und das Stacheligste

    Die schnellste aller Lewa-Bewohnerinnen ist die Impala. Sie erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. Der Strauss kann, obwohl ein Vogel, zwar nicht fliegen, bringt es in vollem Lauf aber auch am Boden auf 70 km/h. Die Tüpfelhyäne wiederum beisst am kräftigsten zu. Sie hat eine Beisskraft von über 9 Kilonewton, was insbesondere im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht von etwa 50-90 Kilogramm aussergewöhnlich stark ist. Der Mensch beisst übrigens mit rund 1 Kilonewton zu. Die längsten «Lanzen» aller Lewa-Bewohner schliesslich hat das Stachelschwein, mit bis zu 50 Zentimeter langen Stacheln.

    Die Lewa Savanne im Zoo Zürich ist nach dem Lewa Wildlife Conservancy in Kenia benannt. Der Zoo unterstützt das Reservat seit 1998. Seit 2013 gehört es zum UNESCO-Weltnaturerbe.

    Der Zoo Zürich leistet im Rahmen seines Naturschutzengagements wesentliche Beiträge an Ausrüstung und Löhne der verschiedenen Lewa-Teams zur Bekämpfung der Wilderei. Er unterstützt das Reservat mit Forschungsarbeiten und weiteren Projekte zur Minderung des Mensch-Wildtier-Konfliktes, etwa mit der Schaffung eines fünfzehn Kilometer langen Elefantenkorridors, und finanziert mit Stiftungsgeldern Umsiedlungen von Spitzmaul-nashörnern in neue Schutzgebiete. Aber auch die Verbesserung der Lebensbedingungen der Lokalbevölkerung mit Schulen und Kliniken sind Teil des Engagements.

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    Acht Naturschutzschwerpunktprojekte

    Seit der Festlegung des Masterplans 1993 sind alle grossen Neuanlagen im Zoo Zürich mit Naturschutzprojekten in der Wildnis verbunden: der Masoala Regenwald (2003) mit dem Masoala Nationalpark in Madagaskar (Engagement seit 1995), der Kaeng Krachan Elefantenpark (2014) mit dem Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand (Engagement seit 2007), die Australienanlage (2018) mit der Australian Ark in Australien (Engagement seit 2017). Insgesamt unterstützt der Zoo Zürich acht solcher Schwerpunktprojekte.

    Pro Jahr investiert der Zoo Zürich einen Beitrag von über 1,8 Mio. Franken in seine Naturschutzprojekte. Der Fonds für die Unterstützung der Projekte wird dabei gespeist durch Spenden von privaten und Stiftungen sowie durch jährlich zwei Prozent des Umsatzes aller Restaurants und Shops im Zoo Zürich

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    Bau der Anlage

    Der Bau der Lewa Savanne wurde unter der Leitung des Bauherrenvertreters Andreas Hohl, stv. Direktor Zoo Zürich, Leiter Entwicklung & Logistik, realisiert von der vetschpartner Landschaftsarchitekten AG in Zürich (Gesamtleitung und Landschaftsarchitektur, Urs Baumgartner und Walter Vetsch) und von der L3P Architekten AG in Regensberg (Architektur, Martin Reusser). Der Bau der Lewa Savanne erfolgte in Partnerschaft mit der Holcim (Schweiz) AG.

    Finanzierung

    Die Kosten für die Lewa Savanne belaufen sich auf CHF 56 Mio. Wie alle bisherigen Projekte für Tieranlagen hat der Zoo Zürich auch die Lewa Savanne vollständig durch Spenden finanziert.

    Grosse Unterstützung leisteten unter anderem die Tiergarten-Gesellschaft Zürich TGZ, die BUZ-Stiftung, die Vontobel-Stiftung, die Baugarten Stiftung, die Ernst Göhner Stiftung, die DENG Stiftung, die Paul Schiller Stiftung und das Zoofäscht, aber auch viele Private, die einzelne Objekte finanziert oder mit Donationen zur Finanzierung beigetragen haben.

    Die Zoo-Hauptsponsoren Migros, Zürcher Kantonalbank, ewz und Mobiliar sowie die Anlagesponsorin Holcim (Schweiz) AG haben die Fundraisingkampagne des Zoos aktiv mit eigenen Massnahmen begleitet. Die Kosten für die Groberschliessung wurden durch eine Infrastruktursubvention von Stadt und Kanton Zürich aus dem Jahr 2010 gedeckt.

    Ohne diese grosszügige Unterstützung von allen Seiten wäre die Realisierung der Lewa Savanne nicht möglich geworden.

    Bilder

    Bildmaterial zum Herunterladen steht hier bereit:

    Themedossier Lewa

    Videos

    Videos unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über die Lewa Savanne des Zoo Zürich freigegeben.

    Lewa-Playlist

    Lewa-Webcam Wasserloch

    Lewa-Webcam Giraffenhaus