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Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.
Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.
Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.
Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.

Medien-Apéro März: Schneeleopard

Neue «Geister der Berge»: Generationenwechsel bei den Schneeleoparden und Neuanfang bei den Amurtigern.

Bereits bei der Eröffnung des Zoologischen Gartens Zürich 1929 zählten zwei Schneeleoparden zum Tierbestand, damals fälschlich als «Columbianische Tigerkatze» beschriftet. Die eigentliche Geschichte der Schneeleopardenhaltung im Zoo Zürich beginnt 1974 mit der Ankunft zweier Weibchen und einem Jahr später eines Männchens. Bereits 1976 werden die ersten Jungtiere geboren. Von da an gibt es regelmässig, fast jährlich, Nachwuchs bis 1996.

Im Zuge der Erneuerung der «Himalaja-Region» mit Kleinem Panda, Wolf und Tiger wurde auch die Anlage der Schneeleoparden erneuert und im Frühjahr 2001 eröffnet. Erste Bewohnerin dieser Anlage war ein schon älteres Weibchen, dem sich gegen Ende des gleichen Jahres das Weibchen Dshamilja als Vertreterin einer neuen Generation zugesellte.

Erneuter Generationenwechsel

Dshamilja, ein bei Wilderern in Kirgistan beschlagnahmter «Wildfang», sorgte zwischen 2004 und 2014 zunächst mit Kater Jasiek und dann mit Villy, für siebenfachen Nachwuchs. Letztes Jahr starb Dshamilja im für eine Grosskatze respektablen Alter von knapp neunzehn Jahren. Auch Kater Villy gehört mit seinen bald siebzehn Jahren zum Segment der betagten Tiere. So zeichnet sich bei den Schneeleoparden erneut ein Generationenwechsel ab.

Zuzug aus England

Mitte Dezember vergangenen Jahres traf das Weibchen Saida aus den in Südostengland gelegenen Thrigby Hall Wildlife Gardens bei uns ein. Saida hat Zürcher Wurzeln: Ihr Vater Mohan kam 2012 in Zürich zur Welt. Saida ist also die Enkelin von Dshamilja und Villy.

Seit Ende Januar, nach Abschluss ihrer Quarantäne, hat Saida «ihre» neue Anlage Schritt für Schritt kennengelernt und nutzt nun die Aussenanlage im Wechsel mit ihrem Grossvater Villy.

Mit dem Männchen Shahrukh kam am 31. Januar ein weiterer Zuzug aus England, und zwar aus der in Mittelenglang gelegenen Lakeland Wildlife Oasis. Shahrukh ist nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Quarantäne seinerseits daran, alle Winkel seines neuen Zuhauses kennenzulernen.

Weiterführung der Zuchtbemühungen

Saida und Shahrukh sind beide 2018 geboren. Schneeleoparden erreichen ihre Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren, Männchen manchmal erst mit vier Jahren. Die Paarungszeit fällt bei dieser Grosskatze in die Monate Januar bis März. Nach einer Tragzeit von um die 100 Tagen kommen die Jungtiere meist im April oder Mai zur Welt.

Wenn auch Schneeleoparden normalerweise als Einzelgänger unterwegs sind, zeichnen sie sich durch eine hohe soziale Verträglichkeit aus. So wurde Kater Villy zur Geburtszeit und während der Jungenaufzucht jeweils nicht von Dshamilja abgetrennt. Wann Saida und Shahrukh erstmals zusammengeführt werden, ist noch offen. Offen ist auch noch, wann erstmals bei diesem Paar auf Nachwuchs gehofft werden darf. Die Nachzucht bei den Schneeleoparden wird im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms EEP koordiniert, und eine entsprechende Zuchtempfehlung steht noch aus. Aktuell leben in Europa in 82 Institutionen 183 Tiere.

Der Schneeleopard, ein eigentliches Kind der Berge

Über eine Fläche von gegen 2,8 Mio. km2 erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Schneeleoparden, 12 Länder einschliessend. Aber nur ein Bestand – mit abnehmender Tendenz – von je nach Schätzung 2600 bis knapp 8000 Schneeleoparden bewohnt diese grosse Fläche. Den Lebensraum bilden die Berge Zentralasiens und des Himalajas. Hier bewohnen die Schneeleoparden steinige, spärlich bewachsene Gebiete insbesondere in den Höhenlagen zwischen 3000 und 4500 m ü. M.. Gelegentlich steigen die Tiere im Himalaja gar bis auf 5800 m ü. M.. Mit verschiedenen Anpassungen vermögen sie den harschen Witterungsbedingungen in diesen Höhenlagen zu trotzen: Ein langes, dichtes Fell, dessen weisslich-gräulich-gelbliche Färbung und Fleckenmuster eine gute Tarnung bieten, schützt sie vor Kälte. Die Beine sind kurz und die Ohren klein (geringere Kälteexposition), die Nasenhöhle ist stark vergrössert (Vorwärmen der Atemluft). Die Fusssohlen sind behaart, was dem Einsinken im Schnee entgegenwirkt. Eine gut ausgebildete Brustmuskulatur unterstützt das Klettern in den Felslandschaften. Der lange, gut isolierte Schwanz dient bei der schnellen Bewegung im steilen Gelände der Balance und wird beim Schlafen zur zusätzlichen Isolation um den Körper gelegt. 

Das Beutespektrum des Schneeleoparden umfasst insbesondere Huftiere wie Wildschafe und Steinböcke, aber auch kleinere Wirbeltiere wie Pfeifhasen, Steinhühnern oder Murmeltieren werden nicht verschmäht. Gelegentlich vergreift er sich auch an Haustieren bis zur Grösse von Yaks.

Gefährdeter Bestand

Durch die starke Bejagung der Wildbestände und die grossflächige Vernichtung von Pfeifhasen- und Murmeltierbeständen wurde die Nahrungsgrundlage des Schneeleoparden massiv reduziert. Die stärkste Gefährdung geht jedoch von der illegalen Jagd aus. Es besteht immer noch eine Nachfrage nach Fellen und Knochen – als Ersatz für Tigerknochen! Mit der Bestandsreduktion einher geht auch die Aufgliederung der restlichen Tiere in kleine, voneinander isolierte Teilpopulationen, die jede für sich einer grösseren Aussterbewahrscheinlichkeit ausgesetzt sind als eine grosse Population. Die Weltnaturschutz-Union IUCN stuft den Bestand des Schneeleoparden als «gefährdet» ein.

Neuanfang auch bei den Amurtigern

2011 kamen letztmals im Zoo Zürich junge Tiger zur Welt. Ihre Mutter war das Weibchen Elena, das im Herbst 2018 verstarb, ihr Vater der 2016 verstorbene Kater Coto. Dass es keine weiteren Jungtiere gab, hängt im Wesentlichen mit dem Ausbleiben weiterer Zuchtempfehlungen zusammen. Das Erhaltungszuchtprogramm für den Amurtiger hat klare, aber sehr restriktive Regeln für solche Empfehlungen.

Im Februar 2018 hat der Kater Sayan in Zürich Einzug gehalten. Nach kurzer Bekanntschaft mit Elena war er eine Zeitlang «alleine» auf dem Zürichberg unterwegs, seine Rufe blieben unbeantwortet. Im Juli vergangenen Jahres «tauchte» dann das Weibchen Irina aus dem Odense Zoo in Dänemark auf. Irina hat sich gut eingelebt und nutzt abwechselnd mit Sayan die beiden Teile der Tigeranlage.

Sayan und Irina haben beide den Jahrgang 2015, sind also im zuchtfähigen Alter. Was für eine Zusammenführung dieser Tiere noch fehlt (ohne dass Empfängnisverhütung praktiziert wird), ist eine Empfehlung seitens des Zuchtprogramms.

* * * Hinweis Spezialaktion * * *

Hinweis zu einer Spezialaktion während der Coronavirus-bedingten Zooschliessung:

De Zoo chunt hei

Normalerweise besuchen die Kinder uns in Scharen und füllen den Zoo Zürich mit ihrer Begeisterung und Freude. In diesen Wochen, wo wegen des Coronavirus alles anders ist als sonst, gehen wir nun den umgekehrten Weg: Wir kommen zu unseren Zoofans nach Hause. Mit tierischen Bastelanleitungen, Aufgabenblättern und Spielideen möchten wir einen Beitrag leisten, damit die Zeit zuhause möglichst kurzweilig und fröhlich vorübergeht. Das Angebot wird laufend ergänzt, reinschauen lohnt sich.

Zoo dihei

Videos

Videos unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.

Schneeleopardin Saida

Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

Schneeleoparden-Playlist

Videos der Schneeleoparden im Zoo Zürich.

Bilder

Bilder unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.

Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.

Schneeleopardenweibchen Saida.
Copyright: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler

Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.

Schneeleopardenweibchen Saida.
Copyright: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler

Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.

Schneeleopardenweibchen Saida.
Copyright: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Schneeleopardenweibchen Saida im Zoo Zürich.

Schneeleopardenweibchen Saida.
Copyright: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler

Schneeleopardenkater Villy im Zoo Zürich.

Schneeleopardenkater Villy.
Copyright: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Schneeleopardenkater Villy im Zoo Zürich.

Schneeleopardenkater Villy.
Copyright: Zoo Zürich, Enzo Franchini