Skip to main content
  • Dr. Severin Dressen mit Aldabra-Riesenschildkröte im Masoala Regenwald.

    Medien-Apéro Juni: Zoodirektor

    Per 1. Juli 2020 übernimmt Dr. Severin Dressen das Amt als neuer Direktor des Zoo Zürich. Der Nachfolger des in den Ruhestand tretenden amtierenden Zoodirektors Dr. Alex Rübel will den Zoo weiter zum Naturschutzzentrum ausbauen.

    In zwei Wochen, am 1. Juli 2020, übernimmt Dr. Severin Dressen als neuer Direktor die Leitung des Zoo Zürich. Dressen war im September vergangenen Jahres nach einem mehrstufigen Verfahren mit über 140 Bewerberinnen und Bewerbern einstimmig vom Verwaltungsrat zum Nachfolger von Alex Rübel gewählt worden. «Eine herausragende Persönlichkeit zu ersetzen, ist wahrlich nicht einfach», sagt Zoo-Verwaltungsratspräsident Martin Naville. Severin Dressen habe den Verwaltungsrat mit seiner fachlichen Kompetenz und seinen menschlichen Werten aber auf der ganzen Linie überzeugt.

    Dr. Alex Rübel, der am 30. Juni 2020 sein Amt abgibt und in den Ruhestand tritt, freut sich besonders darüber, dass er und sein Nachfolger die gleiche Philosophie verfolgen, was die Weiterentwicklung des Zoos betrifft. «Beide fühlen wir uns der Natur sehr verbunden und wollen uns für sie einsetzen», sagt Alex Rübel. So wolle Severin Dressen die Entwicklung des Zoos zu einem Naturschutzzentrum im städtischen Umfeld weiterführen, mit dem Ziel, Artenvielfalt und Lebensräume zu erhalten und schützen.

    «Es ist eine der zentralen Herausforderungen der Menschheit der nächsten Jahrzehnte, ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur zu finden und zu gestalten», sagt Dr. Severin Dressen, der sich bereits seit April im Zoo Zürich befindet. Zoos, die so viele Menschen erreichten wie keine andere Kulturinstitution, würden bei dieser Aufgabe eine zentrale Rolle spielen. Severin Dressen verortet mehrere Schwerpunkte, die es in den kommenden Jahren anzugehen und weiterzuentwickeln gilt. «Die Digitalisierung als gesellschaftliche Herausforderung und Chance wird uns im Zoo in vier Kernbereichen beschäftigen: bei der effizienten Gestaltung von Arbeitsabläufen, der Erhöhung der Qualität für die Zoogäste, der Optimierung des Edukationsangebots und, selbstredend, bei der weiteren Verbesserung der Tierhaltung.» Dressen erarbeitet mit dem Zooteam nun als Erstes den Entwicklungsplan 2050. Dieser schliesst an den Masterplan 2020 an und wird die kommenden Jahrzehnte des Zoo Zürich bestimmen.

    Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

    Die richtige Person zur richtigen Zeit

    Nach langem und erfolgreichem Wirken im und für den Zoo Zürich geht unser Direktor in Pension. Zum Glück haben wir einen tollen Nachfolger gefunden: ein junger, dynamischer, visionärer, sympathischer und anpackender Mann. Einer, der sein Leben lang nichts anderes plante und wünschte, als Direktor eines führenden Zoos zu werden.

    Genau dies hat wohl mein Vorgänger Rolf Balsiger vor 29 Jahren bei einer Medienkonferenz gesagt.

    Heute sind wir wieder soweit: Dr. Alex Rübel geht nach sehr erfolgreichen 29 Jahren am 30. Juni in Pension. Der Zoo Zürich hat sich von einem sehr guten Zoo in einen der weltbesten Zoos entwickelt. Alex Rübel werden wir zu einem anderen Zeitpunkt für seine einmaligen Leistungen feiern. Heute geht es um seinen Nachfolger.

    Eine herausragende Persönlichkeit zu ersetzen, ist wahrlich nicht einfach. Der Verwaltungsrat des Zoos hat vor fast zwei Jahren mit der Suche begonnen. Mit der Unterstützung zweier enthusiastischer Berater der Firma Egon Zehnder International haben wir einen professionellen Suchprozess aufgesetzt. Der Suchprozess für den CEO einer global tätigen Gesellschaft hätte nicht anders ausgesehen. Über 140 Bewerbungen sind eingegangen, ziemlich alles, was in der Zoowelt Rang und Namen hat. Die besten fünfzehn Bewerberinnen und Bewerber wurden eingeladen, ein dreiminütiges Selfie-Video einzusenden mit der Beantwortung vier definierter Fragen. Fünf Kandidatinnen und Kandidaten wurden für zwei Runden Interviews nach Zürich eingeladen, eine mit den Egon-Zehnder-Beratern, eine mit einer Delegation des Verwaltungsrats. Es waren dies zwei Frauen und drei Männer – ein Schweizer, eine Österreicherin und drei Deutsche. Das war keine Überraschung, gibt es doch in Deutschland rund 25 grosse Zoos. Die letzten Kandidaten wurden zu einem ganztätigen Assessment bei einer spezialisierten Firma eingeladen.

    Ganz zu Beginn des Prozesses hat der heutige Zoodirektor Alex Rübel geholfen, dass sich die richtigen Interessenten auf unsere Suche meldeten. Danach hat er sich zurückgezogen und dem Verwaltungsrat die Suche überlassen.

    Früh schon hat sich ein Kandidat klar in den Vordergrund geschoben und dies hat sich im weiteren Prozess immer deutlicher herauskristallisiert. Dr. Severin Dressen hat uns auf der ganzen Linie überzeugt. Eine ruhige, überlegte Persönlichkeit, die eine hervorragende akademische Karriere vorweisen kann, gekrönt mit einem Ph.D. in Zoologie an der renommierten Oxford University. Noch wichtiger aber waren sein Feuer und seine Passion für Zoos. Im Alter von dreizehn Jahren hat er bei einem Sommerpraktikum Feuer gefangen, und danach oft im Sommer in einem Zoo gearbeitet, meist mit Schaufel und Besen bewaffnet. Severin Dressen hat in drei Ländern in Zoos und Schutzgebieten gearbeitet und spricht drei Sprachen fliessend. Am Schwyzertütsch wird aktuell gearbeitet, aber wir alle reden nur so mit ihm.

    Severin Dressen hat während des Selektionsprozesses, und auch seit er am 1. Januar im Zoo Zürich engagiert ist, mit vielen Ideen, innovativen Ansätzen und strukturierten Gedanken seine Gegenüber eingenommen und motiviert. Er hat uns neben seiner fachlichen Kompetenz vor allem mit seinen menschlichen Werten überzeugt. Seine grosse Sozialkompetenz, seine Fähigkeit zuzuhören, sein Verständnis für sein Gegenüber und sein zurückhaltender aber doch klarer Führungsstil haben dem Verwaltungsrat in der Sitzung vom 23. September 2019 die Sache leichtgemacht. Severin Dressen wurde einstimmig und mit Begeisterung zum neuen Direktor des Zoo Zürich gewählt.

    In den vergangenen sechs Monaten hat Severin Dressen ein intensives Vorbereitungsprogramm durchlaufen mit Kursen an der Managementschule IMD in Lausanne, Medientraining und einem Praktikum bei einer Restaurantkette. Seit dem 1. April lernt er den Zoo minutiös kennen mit Arbeit in jedem Tierrevier und in jeder Funktion.

    Zusammen mit meinen Kollegen des Verwaltungsrates und, ich glaube es sagen zu können, allen Mitarbeitenden des Zoos, bin ich überzeugt, dass Severin Dressen die richtige Person zur richtigen Zeit ist, um den Zoo in die nächste Entwicklungsstufe zu führen. Nach der Ära Rübel ist es schwierig, sich einen noch besseren Zoo vorzustellen. Wenn aber einer dies erreichen kann, ist es Severin Dressen. Er hat grosse Schuhe zu füllen, aber mit seiner Schuhgrösse 49 sollte dies möglich sein.

    Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung in der Ära Rübel und ich hoffe, dass wir auch für die Zukunft auf Sie zählen dürfen.

    – Martin Naville

    Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

    Die Philosophie stimmt

    Ich kannte Dr. Severin Dressen vor seiner Wahl zum Zoodirektor nicht persönlich. Seit April arbeiten wir nun zusammen und ich habe ihn gut kennengelernt. Er kommt mit viel Erfahrung aus verschiedenen Institutionen nach Zürich.

    Es freut mich sehr, dass wir weitgehend übereinstimmen, was die Philosophie der Weiterentwicklung des Zoos betrifft. Beide fühlen wir uns der Natur sehr verbunden und wollen uns für sie einsetzen. Das heisst, dass es auch sein Ziel ist, den Zoo weiter zu einem Naturschutzzentrum im städtischen Umfeld hin zu entwickeln, dessen primäres Ziel es ist, langfristig die heute bedrohte Artenvielfalt und bedrohten Lebensräume zu erhalten.

    Dazu gehört auch, die Bildungsinstitution Zoo weiterzuentwickeln und einen Beitrag zum Wissen über Tiere und Natur zu vermitteln, sowie mit eigenen Forschungsarbeiten und auf internationaler wissenschaftlicher Basis die Tierhaltung laufend zu verbessern. Damit eine Sensibilisierung der Besucher stattfinden kann, legt er auch grossen Wert auf das, was der Besucher im Zoo erleben und lernen kann, ganz nach unserem Motto: «Wer Tiere kennt wird Tiere schützen».

    Severin Dressen hat einen sehr guten Blick und ein enormes Wissen, dass es ihm ermöglicht, eine Anlage sowohl aus Sicht des Tieres als auch aus Sicht des Besuchers zu beurteilen und diese entsprechend umzusetzen.

    Nicht nur im grossen Rahmen denken wir gleich. Schon in den ersten Tagen unserer Zusammenarbeit hat sich gezeigt, dass wir den gleichen Fokus haben, der auch kleine Dinge umfasst. Wir zeigen beide gerne die Tiere in den grossen Aussenanlagen, mögen keine Flatterbänder zur Absperrung, keine Fötzeli auf den Besucherwegen und keine Trampelpfade, wo sie nicht hingehören.

    Ich ziehe mich nach vielen Jahren aus dem Zoo Zürich zurück, freue mich auf neue Aufgaben und etwas mehr Musse. Severin Dressen und meinen Mitarbeitenden wünsche ich herzlich alles Gute für die Zukunft.

    – Dr. Alex Rübel

    Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder

    Werdegang

    Dr. Severin Dressen (*1988) ist in Köln (Deutschland) geboren und in Aachen aufgewachsen. Er studierte Biologie an der Humboldt-Universität in Berlin und am Imperial College in London. Danach promovierte er in Zoologie an der Universität Oxford. Für Severin Dressen stand früh das Wunschberufsfeld «Zoo» fest. Er sammelte deshalb parallel zum theorieorientierten Studium praktische Erfahrungen, darunter in mehreren Einsätzen in der Tierpflege und als Kurator-Assistent in Deutschland und Spanien (Tierpark Berlin, Zoo Frankfurt, Loro Parque Teneriffa, L’Oceanografic Valencia). In Argentinien sammelte er unter anderem im Nationalpark El Palmar Erfahrungen in der Arbeit in Naturschutzprojekten. Nach seiner Promotion wechselte Severin Dressen zurück nach Deutschland, um im Zoo Wuppertal die Stelle als Kurator und einige Jahre später als stellvertretender Direktor und Zoologischer Leiter zu übernehmen. Seit Januar 2020 lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Zürich.

    «Dass man mir das Vertrauen ausgesprochen hat, die nächste Etappe in der Geschichte des Zoo Zürich zu gestalten, empfinde ich als grosse Ehre», sagt Dressen. «Alex Rübel und sein Team haben in den letzten Jahrzehnten grosse Arbeit geleistet und den Zoo zu einem der führenden Kompetenzzentren für Arten- und Naturschutz ausgebaut. Diese Arbeit und Leistung verdienen den grössten Respekt.»

    Severin Dressen über …

    … seine Begeisterung für die Natur

    «Als Kind war ich fasziniert von der Erdkröte. Wie schafften es diese Tiere, jedes Jahr zur Paarungszeit wieder den Weg zum Teich in der Nähe unseres Hauses zu finden? Und warum trug das Weibchen immer das Männchen mit sich rum?» Begeisterung für etwas sei bei ihm immer mit dem Willen einhergegangen, etwas zu verstehen, sagt Dressen. Warum ist etwas so, wie es ist? Gleichzeitig motiviere Begeisterung und Faszination zum Handeln. «Als ich verstand, dass bei uns in der Siedlung die Kröten bei ihrer Wanderung zum Teich zu dutzenden von Autos überfahren wurde, meldete ich mich bei der örtlichen Naturschutzgruppe und half dabei, die Kröten an den Krötenzäunen einzusammeln und sicher über die Strasse zu bringen.»

    … seinen Antrieb, für Zoos zu arbeiten

    Für Severin Dressen stand schon früh in seiner Ausbildung und Laufbahn fest, dass er für einen Zoo arbeiten wollte. «Ich bin aus zwei Gründen beim Zoo gelandet: aus der Begeisterung für die Tiere und die Natur und aus grosser Sorge um den Zustand der Natur. Wir befinden uns in einer kritischen Phase. Das Artensterben, die Umweltzerstörung und der globale Wandel schreiten ungebremst voran. Der Mensch verliert immer mehr den Bezug zur Natur. Gleichzeitig breitet er sich in die letzten Winkel der Erde aus und beansprucht sie komplett für sich. Es ist eine der zentralen Herausforderungen der Menschheit der nächsten Jahrzehnte, ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur zu finden und zu gestalten.»

    … die Bedeutung der Institution Zoo

    Severin Dressen ist überzeugt, dass moderne Zoos eine zentrale Rolle für einen funktionierenden Natur- und Artenschutz spielen. «Wenn es Zoos nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Wir sind eine Institution, die unter einem Dach die Kompetenz vereint für Arten- und Naturschutz und zur Beantwortung ungelöster Fragen der Forschung beitragen kann. Gleichzeitig erreichen wir so viele Menschen, wie keine andere Kulturinstitution. Jeder einzelne Zoogast, den wir für die Tierwelt begeistern können, ist ein potenzieller Unterstützer und Mitwirkender, um ein Miteinander von Menschen und Natur zu ermöglichen.»

    … seinen Arbeitsbeginn beim Zoo Zürich

    Severin Dressen befindet sich bereits seit April im Zoo Zürich, um die Stabsübergabe zu gestalten. «Ich bin sehr dankbar, dass Alex Rübel und ich die Möglichkeit zum intensiven Austausch haben. Es ist wichtig, die Vergangenheit einer Institution zu verstehen, um ihre Zukunft gestalten zu können. Dankbar bin ich auch für die herzliche und offene Art, mit der ich von Alex Rübel und dem gesamten Betrieb empfangen worden bin. Dies macht das Ankommen viel einfacher.» Der Arbeitsstart in einem Pandemie-Lockdown sei aussergewöhnlich gewesen. «Zwischen Social Distancing, Homeoffice und einem Zoo ohne Besucher einen Betrieb kennenzulernen, war sicherlich speziell. Doch wehklagen bringt nichts. Jetzt ist der Zoo wieder offen und wir müssen nach vorne schauen. Es gilt, die Sicherheit unserer Gäste und der Belegschaft zu garantieren und gleichzeitig die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schnell abzuschütteln.»

    … seine erste Einschätzung des Zoo Zürich

    Seine ersten Wochen im Zoo nutzte Severin Dressen dazu, den grossen und sehr diversen Betrieb möglichst in der Tiefe zu erfassen und die zahlreichen externen Kontakte des Zoos kennenzulernen. «Mein Anspruch war es, wenigstens einmal auf jeder Anlage gestanden zu sein. Das ist wichtig, um den Betrieb zu verstehen», sagt Dressen. «Ich bin sehr positiv angetan von der Qualität, die ich im Zoo Zürich vorfinde. Die Passion und Motivation, mit der die Mitarbeitenden – quer durch alle Bereiche – den Zoo tagtäglich voranbringen, ist gewaltig», sagt Dressen. «Wenn man beginnt, den Betrieb zu verstehen, erkennt man auch die tiefe Verwurzelung des Zoos in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft – in Zürich und weit darüber hinaus. Ohne die Millionen Besucher, die den Zoo aktiv unterstützen, ohne die rund 35’000 Einsatzstunden von über 350 Freiwilligen, ohne die zahlreichen Firmen und Privatpersonen, die den Zoo materiell und finanziell unterstützen, ohne den breiten Rückhalt und die aktive Unterstützung der Politikerinnen und Politiker von Stadt und Kanton – quer durch alle politischen Lager – und ohne die gute und transparente Zusammenarbeit mit vielen Medien wäre die Entwicklung des Zoos nicht möglich gewesen. Diese Teamleistung hat den Zoo Zürich mit seinen rund 1,2 Millionen Besuchern im Jahr zur beliebtesten Kulturinstitution der Schweiz werden lassen»

    … die anstehenden Herausforderungen

    Severin Dressen verortet mehrere Schwerpunkte, die es in den kommenden Jahren anzugehen und weiterzuentwickeln gilt. «Die Digitalisierung als gesellschaftliche Herausforderung und Chance – auch für den Zoo – wird uns in vier Kernbereichen beschäftigen: Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, die Qualität für unsere Gäste zu erhöhen, unser Edukationsangebot zu optimieren und natürlich unsere Tierhaltung weiter zu verbessern.»

    «Eine der grossen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte wird es sein, unserem eigenen Anspruch als Bildungsinstitution noch besser gerecht zu werden. Wir haben einen Bildungsauftrag für die gesamte Gesellschaft. Diesen Auftrag erfüllen zu können in einer vielsprachigen und diversen Gesellschaft und möglichst viele gesellschaftliche Gruppen mit unseren Botschaften zu erreichen, ist eines unserer grossen Projekte. Hier gilt es insbesondere, die Chancen und Gefahren der Digitalisierung zu prüfen. Wie können wir neue technologische Möglichkeiten gewinnbringend für unseren Bildungsauftrag nutzen? In welchen Bereichen steht die Digitalisierung unserem ureigenen Ziel möglicherweise aber auch entgegen, den Menschen für die reale, die wirkliche Natur zu begeistern?»

    «All dies ist nur mit engagierten und kreativen Mitarbeitenden möglich, die die Grundlage für unseren tiergärtnerischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg sind. Wie viele Berufsfelder ist auch der Zoo mit seinen sehr unterschiedlichen Berufsgruppen – etwa Gartenbau, Werkstatt, Gastronomie, Tierpflege – massiv vom zunehmenden Fachkräftemangel betroffen. Ob wir unseren hohen Stand an Innovation und Qualität weiterhin halten können, hängt auch davon ab, ob wir in einem immer kompetitiveren Umfeld durch vorbildliche Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten Massstäbe setzen können. Ohne eine Weltklassebelegschaft gibt es keinen Weltklassezoo.»
    «Wie wir all diesen Herausforderungen begegnen, werden wir im neuen Entwicklungsplan 2050 festhalten, der an den Masterplan 2020 anschliesst. Er wird die kommenden Jahrzehnte des Zoo Zürich bestimmen. Den Entwicklungsplan 2050 erarbeiten wir ab Juli und werden wir im kommenden Jahr präsentieren.»

    … die nächsten Bauprojekte des Zoo Zürich

    In der baulichen Weiterentwicklung will Severin Dressen die Innovationstradition des Zoo Zürich fortsetzen. «Der Zoo Zürich hat in den vergangenen Jahrzehnten bauliche Meilensteine gesetzt, die nicht nur unsere Besucher begeistern, sondern auch weit über die Landesgrenzen hinaus Standards in der Zootierhaltung gesetzt haben, vom Masoala Regenwald über den Kaeng Krachan Elefantenpark bis zur neuen Lewa Savanne. Die nächsten baulichen Meilensteine werden nun die begehbare Pantanal-Voliere, eine neue Kongoanlage für unsere Gorillas und ein Indonesien-Komplex für unsere Sumatra-Orang-Utans sein.»

    … ein Jahrzehnt voller Jubiläen

    2020 bildet den Auftakt zu einem spannenden Jahrzehnt. Nebst der Formulierung des Entwicklungsplans 2050 stehen diverse Jubiläen an. 2023 feiert der Zoo Zürich 20 Jahre Masoala Regenwald. 2025 feiert die Tiergarten-Gesellschaft Zürich TGZ, die Gründungsorganisation des Zoo Zürich, ihr hundertjähriges Bestehen. Und auch der Zoo Zürich selbst schliesst das Jahrzehnt 2029 mit seinem hundertjährigen Geburtstag ab. Severin Dressen: «Es liegen spannende Jahre vor uns mit grossen Herausforderungen – intern wie auch extern. Die dringliche Maxime des Zoos ist es, dass immer kritischer werdende Miteinander von Mensch und Natur aktiv mitzugestalten. Der Zoo Zürich hat die Vorrausetzungen, die es braucht, um auch künftig einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten: die nötige Qualität und Energie in Belegschaft und Kader; den Rückhalt und die Unterstützung von Gesellschaft, Stadt und Kanton. Unter all diesen Voraussetzungen kann ich mir als neuer Direktor des Zoo Zürich keine bessere Ausgangslage vorstellen.»

    … die Zooseilbahn

    «Ich habe in den letzten Wochen lernen können, dass der Zoo dafür kämpft, woran er glaubt. Der Zoo weiss, dass die Seilbahn von Stettbach zum Zoo der richtige Weg für die Zukunft ist. Die Zooseilbahn ist eine hochattraktive und vor allem ökologisch gute Alternative, damit noch mehr Besucher mit dem ÖV anreisen und damit die angespannte Verkehrssituation am Zoo entlasten.»

    … die Sprachumstellung Deutsch-Schweizerdeutsch

    Zur möglichst raschen sprachlichen Umstellung setzt Severin Dressen unter anderem auf intensiven Schweizer Radio- und Fernseh-Konsum, was gut funktioniert. «Die Betriebssprache im Zoo Zürich ist Schweizerdeutsch. Keiner soll sich wegen mir sprachlich anpassen müssen. Natürlich gibt es ab und zu noch ein schweizerdeutsches Wort, das ich nicht verstehe, aber es wird von Tag zu Tag weniger», sagt Dressen.

    … sein Alter

    Mit Severin Dressen setzt der Zoo Zürich erneut auf einen jungen Direktor; Alex Rübel war bei seinem Amtsantritt 1991 36 Jahre alt, Severin Dressen ist 32. «Der Verwaltungsrat hat eine Schweizerin, Mitte 40, als Nachfolgerin von Alex Rübel gesucht. Daraus wurde – abgesehen von meiner Haarlänge – nichts .... Ernsthaft: Ich bin überzeugt, dass bei aller Wichtigkeit von Alter, Nationalität und Geschlecht vor allem die fachliche und persönliche Eignung relevant ist. Natürlich habe ich nicht die Lebenserfahrung eines 60-Jährigen – aber danach wurde auch nicht gesucht. Seit ich 18 Jahre alt bin, führe ich Menschen, immer älter als ich selbst. Zu keinem Moment hat das Alter in meiner bisherigen Laufbahn eine Rolle gespielt.»

    Bilder unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.

    Dr. Severin Dressen mit Aldabra-Riesenschildkröte im Masoala Regenwald.

    Dr. Severin Dressen mit einer Aldabra-Riesenschildkröte im Masoala Regenwald.
    Copyright: Zoo Zürich, Goran Basic

    (v.l.) Zoo-Verwaltungsratspräsident Martin Naville, designierter Zoodirektor Dr. Severin Dressen, amtierender Zoodirektor Dr. Alex Rübel.

    v.l.: Zoo-Verwaltungsratspräsident Martin Naville, designierter Zoodirektor Dr. Severin Dressen, amtierender Zoodrirektor Dr. Alex Rübel.
    Copyright: Zoo Zürich, Goran Basic

    Zoodirektor Alex Rübel und sein Nachfolger Severin Dressen.

    Zoodirektor Dr. Alex Rübel und sein Nachfolger Dr. Severin Dressen.
    Copyright: Zoo Zürich, Goran Basic

    Ab 1. Juli 2020 der neue Direktor des Zoo Zürich: Dr. Severin Dressen.

    Ab dem 1. Juli 2020 der neue Direktor des Zoo Zürich: Dr. Severin Dressen.
    Copyright: Zoo Zürich, Goran Basic