• Dottertukan im Zoo Zürich.
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Dottertukan

Ramphastos vitellinus

Auffälligstes Merkmal der Tukane ist ihr Schnabel. Er dient der Futteraufnahme, indem der Tukan mit seinem langen und gekrümmten Schnabel Eier aus Bruthöhlen anderer Vogelarten holen kann. Ausserdem ist der Schnabel zum Beerenpflücken bestens geeignet. Er ist sehr leicht gebaut und dient der Wärmeregulation, indem der Vogel die Blutzufuhr zum Schnabel verstärkt oder drosselt. Bei Hitze fliesst mehr Blut durch den vom warmen Körper exponierten und nicht wärmeisolierten Schnabel. So kann die Temperatur des Blutes heruntergekühlt werden.

Dottertukane nutzen zur Brut Höhlen in alten Bäumen oder Nistkästen im Zoo. Bereits vor der Brut verbringen sie sehr viel Zeit in ihrer Höhle. Dabei wird die unmittelbare Umgebung aggressiv verteidigt. Beide Eltern schlafen nachts in der Höhle, auch während der Brutzeit.

VerwandtschaftSpechtvögel (410 Arten), Tukane (45 Arten), Dottertukan (4 Unterarten)
Lebensraumintakter Regenwald, seltener Trockenwald, meistens in der Nähe von Gewässern, bis auf 1700 Meter über Meer
Vogelzugstandorttreu
Sozialstruktureinzeln, paarweise (Brutzeit) oder in kleinen Gruppen
FutterFrüchte, Feigen, Nüsse, Nektar, Blüten, Insekten, Termiten, Jungvögel, Eier, kleine Säugetiere (Fledermäuse), Amphibien
NahrungserwerbNesträuber, Früchte in den Baumwipfeln, gelegentlich auch gefallene Früchte am Boden, akzeptiert andere Tukanarten bei der Nahrungssuche in unmittelbarer Nachbarschaft
Körperlänge48 cm, Schnabel bis 14 cm
Gewicht300 bis 430 g
Gelege2 bis 4 Eier
Gewicht Ei16 g
Nestin Baumhöhlen
Brütende Tierebeide Elternteile, jedoch vorwiegend Weibchen, Männchen hilft bei der Aufzucht
Brutdauer16 bis 18 Tage
Lebenserwartungbis 15 Jahre
NutzungFleisch, Federn, Schnabel für Volksmedizin und Mythologie
Aktueller Bestandnoch häufig, jedoch abnehmend
Im Zoo Zürich seit2015

Verbreitung

Verbreitungskarte Dottertukan

Ein Beispiel von Mimikry

Eine auffallend grosse Ähnlichkeit in Farbe und Gestalt zwischen zwei nicht nahe verwandten Tierarten wird als Mimikry bezeichnet. Dazu gehört, dass sich die zweite Art, welche sich im Verlaufe der Evolution an das äussere Erscheinungsbild der ersten Art angepasst hat, von dieser Tatsache profitiert. Mimikry ist bei Reptilien, Amphibien, Fischen und Insekten nicht unüblich, selten jedoch bei Vögeln.

Der Dottertukan (engl. Channel-billed Toucan) hat sich dem Erscheinungsbild des etwas grösseren Weissbrusttukans (engl. White-throated Toucan) angepasst. Die Verbreitungsgebiete der beiden Arten überlappen sich. Weil grosse Tukane wie der Weissbrusttukan auf fruchtreichen Futterbäumen oftmals kleinere Vogelarten vertreiben, verschafft sich der Dottertukan durch seine Mimikry den Vorteil, vom grösseren nicht als Fremdling erkannt und somit auch nicht vertrieben zu werden.

Paten

R. Caminada, Winkel
B. Gaillard, St. Gallen
Ch. Lustenberger, Buttwil
Tiergarten-Gesellschaft, Zürich
R. Studer, Effretikon
R. + Ch. Bauert, Grüningen
F. Bagattini, Uster
M. Morf, Zürich
K. Faulhammer, Rheinfelden
A. + P. Hofmann, Rüti