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12.04.18

Zoonews-Magazin Frühling 2018: Willkommen in Down Under

Rote Erde, rauer Fels, karge Vegetation. Im ehemaligen Afrikahaus hat die australische Savanne Einzug gehalten und lockt mit allerlei Lieblichem: Koalas, Wallabies und Riesenwaranen.

Man möchte fast meinen, dass der frühere Zoodirektor Heini Hediger mit dem 1965 eröffneten Afrikahaus bereits eine Vision für die spätere Verwendung dieses Hauses hatte. Mit den beiden schalenartigen Dachelementen erinnert es entfernt an das Opernhaus von Sydney. Nun zieht hier ein australisches Tier mit einer einzigartigen Erscheinung ein: mit dichtem grauem Fell, flauschigen Ohren und Knopfaugen. Mit kurzen, aber kräftigen Armen und Beinen sitzt das ganze Wesen wie ein Päcklein am Eukalyptusbaum. Die Rede ist natürlich von den Koalas, die unbestritten die Besucherlieblinge der neuen Australienanlage sind. Sie sind nicht nur bei uns eine Premiere, sondern überhaupt die ersten Koalas, die die lange Reise von Australien bis in die Schweiz gemacht haben.

Fressen und viel Schlafen

Unsere Koalas sind Halbbrüder, die 2016 im Australian Reptile Park, rund 50 Kilometer nördlich von Sydney, geboren und von ihren Müttern aufgezogen wurden. Wie in der Natur haben auch diese Koalas regelmässige Schlafphasen. Die ausgedehnten Ruhezeiten der Tiere haben aber nichts mit Faulheit zu tun. Sie stellen vielmehr eine Anpassung an ihre spezielle Ernährungsweise dar. Denn die Nahrung der Koalas besteht aus nährstoffarmen und schwerverdaulichen Blättern verschiedener Eukalyptusarten. Richtig aktiv zeigen sich die Koalas, wenn frischer Eukalyptus gefüttert wird. Dabei ist Grün nicht gleich Grün. Die Blätter aller Eukalyptusbäume enthalten toxische Substanzen, sie unterscheiden sich aber in Art und Menge der Giftstoffe. Die Koalas prüfen die Verträglichkeit der Blätter darum mit ihrer feinen Nase.

RIESIGE WARANE, BUNTE TANNZAPFEN

Im Australienhaus sorgen Reptilien für einen weiteren Höhepunkt und zwar mit Vertretern der in Australien artenreich vorkommenden Warane und Skinke. In den beiden Anlagen für die Riesenwarane sorgen örtlich im Tagesverlauf wechselnde Hotspots für Stellen, wo sich die drei halbwüchsigen Riesenwarane bei Temperaturen von 40 bis 60 ° C richtig aufheizen können. Ausgewachsen können sie bis zu zwei Meter lang werden. In den beiden kleineren Reptilienanlagen werden Pilbara-Felsenwarane, eine sehr kleine Waranart, und Tannzapfenechsen gezeigt. Die Tannzapfenechsen zeichnen sich aus durch langjährige Partnerbeziehungen. Bei unseren Tieren augenfällig ist das Schuppenkleid mit braunorangem Farbmuster.

AUG IN AUG MIT WALLABY UND EMU

Auch die früheren Aussenanlagen des Afrikahauses sind der australischen Landschaft gewichen. Hier durchstreifen die Besucher die begehbare Anlage für Bennett-Wallabies und Emus und erleben Koalas, Riesenwarane und den Lachenden Hans in ihren Aussenanlagen.

WILDKANINCHEN ALS BEISPIEL EINER INVASIVEN ART

Australien hat eine einzigartige Tierwelt, die sich über einen grossen Zeitraum eigenständig entwickeln konnte. Mit der Besiedlung brachte der Mensch auch Tiere anderer Kontinente nach Australien. Verschiedene dieser Tiere wie etwa Fuchs, Hauskatze oder Agakröte haben einen verheerenden Einfluss auf die ursprüngliche Tierwelt und haben zur Ausrottung oder starken Gefährdung zahlreicher australischer Arten beigetragen. Diese Thematik der invasiven Arten greift die Ausstellung auf, die im Besuchergang des Australienhauses installiert ist. Dieses Thema illustrieren auch die von dort aus einsehbaren Wildkaninchen.

Zur Ausstellung

Zoonews Frühling 2018

Dieser Artikel erschien in den Zoonews Frühling 2018. Dies gesamte Ausgabe können Sie sich hier online durchblättern oder herunterladen.