Nach Erdrutsch: Zoo unterstützt den Wiederaufbau mit 250'000.– Franken
Am 27. November 2024 morgens um 1:00 Uhr zerstörten mehrere Erdrutsche die Auffang- und Pflegestation für Orang-Utans unserer Naturschutzpartnerin Stiftung PanEco auf Sumatra. Seither laufen die Aufräum- und provisorischen Aufbauarbeiten auf Hochtouren. Der Zoo Zürich hat sich bisher mit rund einer Viertelmillion Schweizer Franken daran beteiligt.
Im November 2024 zogen heftige Regenfälle über Nordsumatra, was in der Folge Erdrutsche auslöste. Diese verursachten erhebliche Schäden an der Infrastruktur, der Tierklinik sowie mehreren Orang-Utan-Anlagen in der Auffang- und Pflegestation unserer Naturschutzpartnerin PanEco in Batu Mbelin. Ein Grossteil des Geländes wurde mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Unsere Naturschutzbotschafterin aus Sumatra, Citrakasih Nente, zeigte sich kurz nach der Katastrophe trotzdem zuversichtlich: «Diese Katastrophe stellt eine grosse Herausforderung dar, aber wir sind entschlossen, unsere wichtige Arbeit wiederaufzunehmen und fortzusetzen. Es wird viel Zeit, Ressourcen und Zusammenarbeit erfordern, aber wir geben alles, um das Zentrum wiederaufzubauen und uns mit vorbeugenden Massnahmen für zukünftige Naturkatastrophen dieses Ausmasses zu rüsten.»
Aufbauarbeiten in vollem Gange
Ein gutes halbes Jahr später sind die Aufräum- und provisorischen Aufbauarbeiten am bisherigen Standort der Auffang- und Pflegestation in vollem Gange. Bagger, Bulldozer und viele Bauarbeiter*innen sind täglich im Einsatz, um einerseits das vom Erdrutsch verwüstete Gelände zu planieren und die zerstörten Anlagen auszugraben und zu bergen. Andererseits bauen sie die noch stehenden Gebäude aus und erstellen ein neues temporäres Gebäude, damit es auch wieder mehr Platz und eine Aussenanlage für die jüngsten Orang-Utans gibt.
Die von den Erdrutschen zerstörten Anlagen werden ausgegraben, geborgen und wo möglich wieder verwendet. Foto: Stiftung PanEco
Für die jüngsten Orang-Utan muss ein neues Gebäude inklusive Aussenanlage erstellt werden.
Fotos: Stiftung PanEco
Wiederauswilderung illegal gefangener Orang-Utans
Auf Sumatra unterstützt der Zoo Zürich seit 2007 die Stiftung PanEco in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern dabei, verwaiste und verletzte Orang-Utans gesundzupflegen und auf die Auswilderung vorzubereiten. Ziel ist es, die Tiere wieder in die Wildnis zu entlassen und in zwei geschützten Regenwaldgebieten zwei sich selbsterhaltende Populationen zu schaffen, die zum Erhalt der bedrohten Art beitragen. Obwohl es in Indonesien per Gesetz verboten ist, Orang-Utans einzufangen, werden oft sehr junge Babys illegal als Haustier gehalten. Sie sind ein Kollateralschaden der Regenwaldzerstörung, bei der grosse Firmen riesige Waldflächen verbrennen, mit allem, was darin lebt. Manchmal überlebt auf einem einzelnen Baum eine Mutter mit ihrem Jungen. Die Arbeiter*innen töten die Mütter, nehmen die Jungtiere mit und behalten oder verkaufen sie. Der grösste Treiber und die eigentliche Ursache für die Verluste an Tieren und Lebensräumen ist deshalb die Palmölindustrie. Der Bestand der Sumatra-Orang-Utans wird auf etwa 14'000 Tiere geschätzt. Sie gelten gemäss der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht.
Eine Palmöl-Plantage auf Sumatra, für die der Regenwald und damit der Lebensraum der Orang-Utans geopfert wurde. Foto: Stiftung PanEco
| Orang-Utans vor dem Aussterben bewahren |
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| Sie wollen mithelfen, diese Menschenaffenart vor dem Aussterben zu schützen? Dann freuen wir uns über jede grosse oder kleine Spende für unser Naturschutzprojekt Sumatra! |
Orang-Utans ohne Regenwaldschule
In der Auffang- und Pflegestation in Batu Mbelin kümmert sich ein erfahrenes Team um die konfiszierten Orang-Utans. Die oft nur wenige Monate alten Tiere leiden an Fehlernährung und Krankheiten. In einem ersten Schritt versorgt das Team die geretteten Orang-Utans medizinisch und betreut sie, wenn nötig, rund um die Uhr. Das Pflegeteam übt mit den Orang-Utans das Klettern in der Regenwaldschule und führt sie an gleichaltrige Artgenossen heran. So können die Tiere gegenseitig voneinander lernen. Die Orang-Utans üben auch, ihr Nest für die Nacht zu bauen, geeignetes Futter zu suchen und dieses zu bearbeiten.
Ein Video der bisherigen Regenwaldschule für Orang-Utans, wo das Team die Tiere auf das selbständige Leben im Regenwald vorbereitete. Video: Zoo Zürich
Leider wurde auch die Regenwaldschule durch die Erdrutsche in Mitleidenschaft gezogen. Sie befand sich an einem Hang, der von dem Unwetter schwer getroffen wurde und nicht mehr nutzbar ist. Momentan müssen die Orang-Utans mit Seilen und einfachen Hilfsmitteln in ihren Anlagen Vorliebe nehmen und können nicht in den Bäumen klettern, um sich auf das Leben in der Wildnis vorzubereiten.
Neuer Standort für eine neue Auffang- und Pflegestation
Nach einer umfassenden Evaluation ist die Stiftung PanEco zum Schluss gekommen, dass am jetzigen Standort ein zu hohes Risiko für weitere Erdrutsche besteht. Somit braucht es langfristig einen neuen Standort für die Auffang- und Pflegestation. Bis der neue Standort gefunden ist und die Bauarbeiten für die neue Tierklinik, die neuen Häuser und Anlagen sowie für die Regenwaldschule abgeschlossen sind, werden vermutlich zwei bis drei Jahre verstreichen. Zwischenzeitlich schreiten die Wiederaufbauarbeiten für die dringend benötigten temporären Lösungen für die kommenden Jahre zügig voran. Schon heute kann das Team wieder alle Tiere versorgen, die eine medizinische Behandlung benötigen. Zudem geben die lokalen Orang-Utan-Ausbildner*innen ihr Bestes, um die jungen Menschenaffen trotz eingeschränkter Möglichkeiten auf ihre Zukunft im Regenwald Sumatras vorzubereiten.
Mit Ihrer Spende an den Zoo Zürich für das Naturschutzprojekt Sumatra unterstützen Sie den Aufbau der temporären sowie zukünftigen Auffang- und Pflegestation für Orang-Utans und damit verbunden den Erhalt der vom Aussterben bedrohten asiatischen Menschenaffenart. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!