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Die wiederausgewilderte Orang-Utan-Dame «Marconi» und ihr Sohn «Masen» in Jantho, Sumatra.

Erster Nachwuchs für ausgewilderte Orang-Utan-Population

Im Rahmen unseres Naturschutzengagements in Sumatra werden im Schutzwald von Jantho regelmässig Orang-Utans ausgewildert. Nun gibt es einen Erfolg zu vermelden, der Hoffnung macht: Zum ersten Mal ist ein Baby einer ausgewilderten Orang-Utan-Mutter in die neu etablierte Population geboren worden.

Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Umso wertvoller ist die Erfolgsmeldung unseres Naturschutzpartners Paneco aus Sumatra: Zum ersten Mal ist ein Baby einer ausgewilderten Orang-Utan-Mutter in die neu etablierte Population geboren worden.

Im geschützten Regenwaldgebiet «Jantho» in der Provinz Aceh im Norden Sumatras werden Orang-Utans ausgewildert, die zuvor aus illegaler Haltung befreit worden sind. Diese Orang-Utan-Population steht unter wissenschaftlicher Beobachtung. Bei einer solchen Beobachtungstour wurde am Montag, 11. September 2017, ein Weibchen mit einem etwa sechs bis acht Monate altem Baby entdeckt. Schnell war klar, dass es sich bei der Mutter um «Marconi» handeln muss, die einst das illegale «Haustier» eines Polizeioffiziers war. Die Orang-Utan-Dame war im Jahr 2011 in Jantho wiederangesiedelt worden. Zuvor hatte sie das Team des Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramms SOCP gerettet und in einer Auffang- und Pflegestation aufgepäppelt.

Die wiederausgewilderte Orang-Utan-Dame «Marconi» und ihr Sohn «Masen».
Foto: Stiftung Paneco/SOCP

«Es ist eine grosse Freude, dass zum ersten Mal ein wiederangesiedelter Orang-Utan Nachwuchs gezeugt hat», schreibt Paneco. Das Ziel der Wiederansiedlungen in Jantho ist es, eine neue, sich selbst erhaltende Population aufzubauen. Sie kann als Sicherheitsnetz dienen, wenn andere, zum Teil nur noch sehr kleine Populationen, aussterben.

Der kleine «Masen» in Jantho, Sumatra.
Foto: Stiftung Paneco/SOCP

Bis heute wurden in Jantho hundert Orang-Utans in ein streng geschütztes Stück Regenwald freigelassen. Der Nachwuchs zeigt, dass sich Jantho perfekt als Ort für Wiederansiedlung eignet. Und dass die Arbeit zum Schutz der Orang-Utans Früchte trägt.

«Marconi» und ihr Sohn «Masen» in Jantho, Sumatra.
Foto: Stiftung Paneco/SOCP

Der Sumatra-Orang-Utan ist dem Menschen am nächsten verwandt. Rund 97 Prozent seines Erbgutes deckt sich mit dem unsrigen. Durch fortschreitenden Regenwaldverlust verliert der Sumatra-Orang-Utan seinen Lebensraum, insbesondere an Ölpalmen im Monokulturanbau. Auf der indonesischen Insel Sumatra leben nur noch etwa 14'300 der Tiere in zehn Populationen im tropischen Regenwald. Vor dem Abholzungsboom war der Lebensraum noch um 90 Prozent grösser und die Anzahl Orang-Utans um ein Vielfaches höher.

«Marconi» und «Masen» in Jantho, Sumatra.
Foto: Stiftung Paneco/SOCP