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  • Mayumi mit wenige Stunden altem Jungtier

    Erster Nachwuchs bei den Gorillas

    In unserer neuen Gorillagruppe ist zum ersten Mal ein Jungtier zur Welt gekommen.

    Am 27. Juli 2026 hat das Gorillaweibchen Mayumi ein Jungtier zur Welt gebracht. Es ist ihr erster Nachwuchs. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und das Junge mit Namen Amata trank nach kurzer Zeit die erste Muttermilch.

    Es ist der erste Nachwuchs in der neuen Gorillagruppe des Zoo Zürich. Vater ist das Gorillamännchen Bwana. Bisher verläuft alles gut und die Gruppenmitglieder verhalten sich vorbildlich.

    Gorillaweibchen Mayumi mit Jungtier

    Mayumi mit ihrem am Montag geborenen Jungtier. Foto: Zoo Zürich, Tim Benz

    «Wir freuen uns über die erfolgreiche Geburt», sagt Zooodirektor Severin Dressen, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: «Die ersten Lebenswochen sind immer die heikelsten». Vorderhand macht das Jungtier aber einen gesunden und fitten Eindruck und die Mutter kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs. «Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten», ergänzt Dressen. 

    Die vom Tierpflege-Team beobachteten Paarungen in den letzten Monaten und die nun erfolgte Geburt sind ein positives Zeichen für das Zusammenwachsen und Funktionieren der neuen Gorillagruppe. Gorillamännchen Bwana hat – nach anfänglichen Unsicherheiten – seine Rolle als Silberrücken gefunden und managt diese mit Bravour.

    In der Natur vom Aussterben bedroht

    Der Nachwuchs ist ein wertvoller Beitrag zur Reservepopulation im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für den Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla). Die Art zählt zu den besonders stark gefährdeten Tierarten. In der Natur existieren nach aktuellen Schätzungen unter 300‘000 Tiere – das ist weniger, als die Stadt Zürich Einwohner*innen hat. Und die Bestände nehmen kontinuierlich ab. Die Rote Liste der gefährdeten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art deshalb als vom Aussterben bedroht.

    Mayumi mit wenige Stunden altem Jungtier

    Mayumis Nachwuchs das erste Jungtier in unserer neuen Gorillagruppe. Foto: Zoo Zürich, Tim Benz

    Lebensraumschutz, Artenschutz, Forschung, Bildung

    Der Zoo Zürich engagiert sich im Sinne des One Plan Approachs auf mehreren Ebenen für die Erhaltung der Gorillas und ihrer natürlichen Lebensräume. Nebst der Beteiligung am Erhaltungszuchtprogramm informieren wir auf verschiedenen Kanälen über die Bedrohungssituation der Art, sensibilisieren die Zoogäste für deren Schutz und sind mit der Gorillagruppe zudem Teil verschiedener Forschungsprojekte – beispielsweise zur Erforschung von Kognition oder der Verdauungsbiologie. Und mit dem geplanten Bau des Ndoki Walds, dem neuen Lebensraum für den Westlichen Flachlandgorilla und weitere gefährdete Tierarten, bauen wir auch unser Naturschutzengagement vor Ort weiter aus.

    Vorbild für den Ndoki Wald ist der Nouabalé-Ndoki-Nationalpark in der Republik Kongo. Wir unterstützen diesen als unser neuntes Naturschutzprojekt in Zusammenarbeit mit der lokalen Projektpartnerin Wildlife Conservation Society WCS. Der Nouabalé-Ndoki-Nationalpark ist ein gut 4000 Quadratkilometer grosses Naturschutzgebiet im Kongo-Becken. Er zeichnet sich durch einen weitgehend unberührten Regenwald aus. Der Nationalpark ist einer der wichtigsten Rückzugsorte für den Westlichen Flachlandgorilla sowie zahlreiche weitere gefährdete Tierarten.

    Kompakt erklärt: One Plan Approach

    Der Zoo Zürich folgt dem «One Plan Approach» der Weltnaturschutzunion IUCN.

    Der One Plan Approach beschreibt die Kombination aus:

    • Naturschutz vor Ort;
    • Erhalt von Reservepopulationen gefährdeter Arten in Zoos;
    • Erforschung der gefährdeten Arten.

    Dies ist ein ganzheitlicher Ansatz. Alle Massnahmen zur Bewahrung der Artenvielfalt greifen ineinander und profitieren voneinander. Damit erzielt der One Plan Approach das Maximum an Schutz für gefährdete Tierarten.

    Dem One Plan Approach sind nicht nur wissenschaftlich geführte Zoos verpflichtet, sondern auch lokale Naturschutzorganisationen, Regierungen sowie weitere am Natur- und Artenschutz beteiligte Organisationen. Statt dass diese Akteure nebeneinander her arbeiten, vereint sie der One Plan Approach in einer gemeinsamen Sichtweise. Beispiel: Das Wissen und die Forschung zu gefährdeten Arten aus Zoos wird auch in die Naturschutzprojekte vor Ort transferiert und umgekehrt.

    Artenschutz ist eine Mammutaufgabe, die nur gelingt, wenn alle Akteure Hand in Hand zusammenarbeiten.