Nasenbären verdanken ihren Namen der beweglichen, rüsselartig verlängerten Nase. Beim Weissrüssel-Nasenbär ist sie im Gegensatz zu den südamerikanischen Nasenbären (Nasua nasua) weisslich gefärbt.
Der Weissrüssel-Nasenbär ist ein opportunistischer Allesfresser, dessen Nahrung überwiegend aus Insekten und Früchten besteht. Der Grossteil der Nahrung wird am Boden aufgenommen, den die Tiere mit ihrer verlängerten Schnauze systematisch absuchen, was einen erheblichen Teil der täglichen Aktivitätszeit beansprucht. Dabei können sie bis zu 2000 Meter zurücklegen.
Im Gegensatz zu den meisten Kleinbären sind Weissrüssel-Nasenbären tagaktiv. Die Nächte verbringen sie auf Bäumen. Weissrüssel-Nasenbären sind nämlich auch ausgesprochen geschickte Kletterer. Sie besitzen die Fähigkeit, Baumstämme kopfvoran hinabzuklettern, wobei sie ihre Hinterfüsse nach aussen drehen und zum Festklemmen am Stamm nutzen. Beim Klettern benutzen sie ihren Schwanz als Gleichgewichtshilfe. Wenn sie sich am Boden fortbewegen, halten sie den Schwanz meist senkrecht nach oben.
Adulte Männchen leben in der Regel einzelgängerisch, während Weibchen gemeinsam mit Jungtieren stabile soziale Verbände bilden. Innerhalb dieser Verbände erfolgt die Kommunikation sowohl akustisch, unter anderem über zirpende Lautäusserungen, als auch über olfaktorische und visuelle Signale. Während der Paarungszeit suchen die sonst einzelgängerischen Männchen gezielt die Weibchengruppen auf und paaren sich mit allen Weibchen. Nach etwa zwei bis vier Wochen werden die Männchen wieder aus der Gruppe vertrieben. Kurz vor der Geburt ziehen sich trächtige Weibchen vorübergehend aus ihren Gruppen zurück, um in einem selbst errichteten Blätternest auf einem Baum ihre Jungtiere zur Welt zu bringen. Die Jungtiere sind bei der Geburt noch blind und taub. Sie entwickeln sich aber rasch, bereits nach wenigen Wochen verlassen sie das Nest und beginnen zu klettern. Die Weibchen kehren jedoch erst zur Gruppe zurück, wenn die Jungtiere um fünf bis sechs Wochen alt sind.
Der Weissrüssel-Nasenbär gilt als «nicht gefährdet». Durch intensive Bejagung für Fleisch und Fell sowie durch den Verlust seines Lebensraums nimmt sein Bestand jedoch ab.
| Verwandtschaft |
Ordnung der Raubtiere (Carnivora), Familie der Kleinbären (Procyonidae), Gattung der Nasenbären (Nasua) |
| Lebensraum |
Feucht- und Trockenwälder, Galeriewälder sowie Savannen (Chapparales) vom Tiefland bis gegen 2'900 m ü. M. |
| Lebensweise |
tagaktiv, baumbewohnend und terrestrisch |
| Sozialstruktur |
sozial, Weibchen typischerweise in Gruppen um 12 Tiere (bis zu 30 Tiere möglich), erwachsene Männchen einzelgängerisch |
| Nahrung |
Allesfresser, vor allem Insekten, Früchte und kleine Wirbeltiere |
| Gewicht |
3.5 – 6 kg, Jungtiere bei Geburt: circa 100 – 180 g |
| Kopf-Rumpflänge |
43 – 68 cm |
| Schwanzlänge |
42 – 68 cm |
| Paarungszeit |
USA: April, Panama: Januar |
| Geschlechtsreife |
Weibchen: 22 Monate, Männchen: 34 Monate |
| Tragzeit |
70 – 77 Tage |
| Wurfgrösse |
1 – 7 Jungtiere, Nesthocker |
| Lebenserwartung |
zwischen 7 und 17 Jahre, in menschlicher Obhut bis über 20 Jahre |
| Nutzung |
Fell und Fleisch |
| Aktueller Bestand |
unbekannt, aber abnehmend |
| Im Zoo Zürich seit |
2026 |
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Pat*innen
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A. Türler, Zürich |
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M. S. Hafner-Schüngel, Zürich |