Der Vicente-Baumsteiger beeindruckt wie einige Vertreter der Gattung Oophaga durch seine vielfältigen Farbvariationen und Muster, die von rot-schwarz gemustert über grün bis hin zu blau-schwarz reichen.
Auch in seinem Balzverhalten zeigt sich der Vicente-Baumsteiger als typischer Vertreter der Gattung Oophaga. Das Männchen lockt paarungsbereite Weibchen mit seinen Rufen an. Sobald es ein Weibchen erspäht, wechselt es in einen anderen Ruftyp. Wie bei anderen Oophaga-Arten führt das Männchen das Weibchen anschliessend zum Eiablageort – meist die glatte Blattbasis einer Bromelienpflanze –, während es unregelmässig seinen Werberuf erklingen lässt. Am Ablageort beginnt es, mit den Hinterbeinen über das Blatt zu wischen. Das Weibchen ahmt diese Bewegung nach, indem es mit dem Bauch angedrückt auf dem Blatt kreisende Bewegungen vollführt. Dabei befeuchtet es das Blatt, ein Vorgang, der mehr als dreissig Minuten dauern kann. Das Männchen bleibt währenddessen meist passiv, bis es schliesslich zum Weibchen klettert. Sobald beide mit ihren Kloaken in Kontakt sind, erfolgt vermutlich die Spermaübertragung. Danach verlässt das Männchen den Ablageort und beginnt oft erneut von benachbarten Blättern aus zu rufen. Erst jetzt legt das Weibchen die Eier ab.
Nach dem Schlupf transportiert das Weibchen die Larven einzeln auf seinem Rücken in wassergefüllte Blattachseln. Im Abstand von zwei bis acht Tagen besucht es jede Larve erneut, um Nähreier abzulegen. Sobald das Weibchen am Rand der Blattachsel erscheint, beginnt die Larve mit schlängelnden Bewegungen. Das Weibchen klettert dann rückwärts in die Achsel und legt zwei bis sechs unbefruchtete Eier ab. Während dieser Fütterungsphase setzt das Weibchen keine weiteren befruchteten Gelege mehr ab.
Der Vicente-Baumsteiger wird als stark gefährdet eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind die Abholzung und Entwaldung für den grossflächige Tagebau, die Rinderzucht und die Gewinnung neuer landwirtschaftlicher Flächen, sowie Wohnsiedlungsentwicklung. Er ist eine äusserst attraktive Art und wegen seiner Farbvarianten im Heimtierhandel gefragt. Eine übermässige Entnahme für den Heimtierhandel könnte in Zukunft eine potenzielle Bedrohung darstellen.
| Verwandtschaft |
Froschlurche, Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae, 204 Arten) |
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| Lebensraum |
Karibisches Küstentiefland Panama |
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| Lebensweise |
Die Art lebt hoch in den Bäumen in 5-15 m Höhe. Am Boden trifft man die Art nur sehr selten an. |
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| Ernährung |
Insekten und andere Wirbellose |
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| Gewicht |
einige Gramm |
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| Körperlänge |
19 - 21 mm |
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| Gelege (Laich) |
2 - 6 Eier auf Blätter einer Bromelienpflanze abgelegt |
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| Stadium als Laich |
13 - 15 Tage |
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| Stadium als Kaulquappe |
9 Wochen in Wasseransammlungen einer Bromelienpflanze (sog. Bromelientrichter), Brutpflege durch Weibchen |
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| Nutzung |
Tierhandel |
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| Aktueller Bestand |
stark abnehmend |
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| Im Zoo Zürich seit |
2025 |
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Pat*innen
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I. Wüthrich, Thalwil |
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Th. Hungerbühler, Winterthur |