Seychellen-Landschnecke
Pachnodus fregatensis
Die Seychellen-Landschnecke ist eine stark gefährdete Landlungenschnecke, die ausschliesslich auf der kleinen Insel Frégate in den Seychellen vorkommt. Ihr gesamter Lebensraum umfasst lediglich etwa 2 km² – ein extremes Beispiel für sogenannte Endemiten, also Arten mit sehr begrenzter Verbreitung, die sonst nirgendwo vorkommen. Die Schnecken leben dort vor allem in feuchten Wäldern unter Totholz und Laub, wo sie vor Austrocknung geschützt sind. Um nicht auszutrocknen, produzieren sie zudem grosse Mengen an Schleim. Sie ernähren sich von pflanzlichem Material, das sie mithilfe der Radula – eines mit Tausenden winziger Zähnchen besetzten «Raspelorgans» – abschaben können.
Nach der Einführung von Ratten in den 1990er-Jahren und dem Einsatz von Giftstoffen zu deren Bekämpfung brach der Bestand der Seychellen-Landschnecke innerhalb weniger Jahre um 87 % ein. Inzwischen haben sich die Bestände wieder deutlich erholt.
Eine Besonderheit dieser Art ist, dass ihr Gehäuse bei Berührung für einige Sekunden sichtbar zu schwanken beginnt. Dieses Verhalten, das ihr den Spitznamen «dancing snail» eingebracht hat, dient vermutlich der Abschreckung von Fressfeinden.
Wie alle Landlungenschnecken gehört sie zu den luftatmenden Weichtieren. Statt Kiemen besitzen Landlungenschnecken eine sogenannte Lungenhöhle – eine stark durchblutete Ausstülpung des Mantelraums. Über eine kleine Öffnung wird Luft in diese Ausstülpung ein- und ausgeführt. Der Sauerstoff gelangt dort über die feine Gefässstruktur ins Blut der Schnecke.
Die meisten Landschnecken sind Zwitter, das heisst, jedes Tier besitzt sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Für die Fortpflanzung benötigen sie dennoch einen Partner: Bei der Paarung überträgt das als «Männchen» fungierende Tier ein Samenpaket in die Geschlechtsöffnung des anderen. Anschliessend werden in der sogenannten Zwitterdrüse Eizellen gebildet und mit dem erhaltenen Samen befruchtet. Einige Tage später legt die Schnecke ihre Eier in ein kleines, selbst gegrabenes Loch im Boden oder unter Laub ab. Da beide Partner sowohl männliche als auch weibliche Funktionen besitzen, können sie sich auch gegenseitig befruchten und so beide nach der Paarung Eier legen.
| Verwandtschaft | Weichtiere (Mollusca), Landlungenschnecken (Stylommatophora), Familie der Cerastidae (ca. 130 Arten) |
| Lebensraum | Wald- und Buschlandschaften in 1 – 100 m ü. M. auf der Insel Frégate, zum Teil auch in Kokosnuss-Plantagen zu finden |
| Lebensweise | terrestrisch, einzelgängerisch |
| Nahrung | Pflanzenmaterial, insbesondere Blätter |
| Fortpflanzung | Zwitter (beide Geschlechter in einem Tier); Eiablage erfolgt in kleines Loch im Boden oder unter Laub |
| Aktueller Bestand | 7700 Individuen (Stand 2002), um 60'000 (Stand 2011) |
| Im Zoo Zürich seit | 2026 |
Verbreitung