Die Pfauenziege ist eine alte, robuste Hausziegenrasse aus der Schweiz, deren ursprüngliche Herkunft nicht genau bekannt ist. Merkmale wie Haarkleid, Behornung und Körperbau gleichen jedoch denen der 1887 erstmals erwähnten Prättigauer und Engadiner Ziege. Die heutige Bezeichnung „Pfauenziege“ geht vermutlich auf einen Schreibfehler zurück: Ursprünglich nannte man die Tiere „Pfavenziege“, was sich auf die charakteristischen dunklen Bänder von der Hornbasis über die Augen bis zur Nase bezog, sogenannte «Pfaven». Ein Journalist machte daraus versehentlich „Pfauenziege“ – ein Fehler, der sich durchsetzte, weil er als besonders passend und ästhetisch empfunden wurde.
Die Pfauenziege ist mittelgross, hat Hörner, ein mittellanges Haarkleid und zeigt eine muskulöse, widerstandsfähige Statur. Charakterlich ist sie ruhig, genügsam und besonders trittsicher – ideale Eigenschaften für das Leben im alpinen Gelände. Dank dieser Eigenschaften wird sie unter anderem zur Beweidung von schwer zugänglichem Gelände eingesetzt, findet aber auch Verwendung in der Fleisch- und Milchproduktion oder als attraktives Begleittier bei Ziegen-Trekkings.
Im Rahmen einer schweizweiten Rassenbereinigung im Jahr 1938 wurde der Pfauenziege vom Bund jedoch die Förderungswürdigkeit aberkannt – ein Entscheid, der sie praktisch zum Aussterben verurteilte. Ohne staatliche Unterstützung hatten es traditionelle Rassen schwer, weiter gezüchtet zu werden. Mithilfe einiger engagierten Züchterinnen im Bündnerland und der Zusammenarbeit mit der Stiftung ProSpecieRara stieg die Bekanntheit der Rasse an, die Nachfrage wuchs, und langsam erholte sich der Bestand. Dennoch gilt die Pfauenziege auch heute noch als gefährdete Nutztierrasse.
| Verwandtschaft |
Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), Familie der Hornträger (Bovidae), Gattung der Ziegen (Capra) |
| Lebensraum |
Gebirgslandschaften |
| Lebensweise |
tagaktiv |
| Sozialstruktur |
in Herden, ausgeprägte Rangordnung in der Gruppe |
| Futter |
Gräser, Blätter, Rinde, Äste |
| Gewicht |
Weibchen: 50–60 kg, Männchen: 70–80 kg |
| Schulterhöhe |
Weibchen: 65–75 cm, Männchen: 75–85 cm |
| Tragzeit |
ca. 159 Tage |
| Wurfgrösse |
1 bis 2 Junge |
| Lebenserwartung |
ca. 10 bis 15 Jahre |
| Nutzung |
Fleisch, Milch, Beweidung |
| Aktueller Bestand |
knapp 1000 (Stand 2023) |
| Im Zoo Zürich seit |
2025 |
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Pat*innen
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H. Mosch, Buch am Irchel |
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W. Kleindienst, Bassersdorf |