Lehmann's Baumsteiger
Oophaga lehmanni
Der Lehmanns Baumsteiger gehört zu den auffälligsten und seltensten Pfeilgiftfröschen Kolumbiens. Er zeigt eine tiefschwarze Grundfarbe mit leuchtenden Streifen oder Flecken in Rot, Orange oder Gelb – ein typisches Warnsignal für seine Giftigkeit. Er lebt endemisch in einem stark fragmentierten Gebiet an der Pazifikküste Kolumbiens und ist nur aus zwei kleinen Arealen in den Departementen Valle del Cauca und Chocó bekannt. Das gesamte Verbreitungsgebiet umfasst weniger als 10 km². Die Tiere bewohnen feuchte Primär- und Sekundärwälder in Höhenlagen zwischen 600 und 1200 Metern und halten sich meist am Boden oder im niedrigen Geäst auf.
Wie bei anderen Oophaga-Arten betreibt der Lehmanns Baumsteiger eine intensive Brutpflege: Das Männchen ruft dabei am Ende der Regenzeit aktiv zur Paarung, bewacht das befruchtete Gelege und trägt die geschlüpften Kaulquappen einzeln zu wassergefüllten Pflanzenstrukturen wie beispielsweise Bromelientrichtern. Das Weibchen versorgt die Kaulquappen dort in Intervallen von drei bis sechs Tagen mit unbefruchteten Nähreiern. Die Metamorphose zur adulten Form erfolgt schliesslich nach etwa zwei bis drei Monaten.
Der Lehmanns Baumsteiger gilt laut IUCN als stark vom Aussterben bedroht. Hauptursachen sind Lebensraumverlust, starke Fragmentierung und die illegale Entnahme für den Heimtierhandel. Gleichzeitig erschwert die aufwendige Brutpflege dieser Art eine künstliche Aufzucht erheblich. Umso bedeutender was der Erfolg, als 2023 erstmals 29 in Menschenobhut gezüchtete Tiere im Rahmen des vom Zoo Zürich unterstützten Projekts Amphibian Survival ausgewildert wurden. Die Aussetzung erfolgte gemeinsam mit dem Zoo Cali und der Wildlife Conservation Society in einem Gebiet, in dem die Art ursprünglich heimisch, aber lokal bereits ausgestorben war.
| Verwandtschaft | Froschlurche, Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae), Gattung der Oophaga | |
| Lebensraum | tropischer Regenwald in Höhenlagen zwischen 600 - 1200 m | |
| Lebensweise | tagaktiv, leben am Boden oder in niederem Geäst in Primär- oder Sekundärwäldern | |
| Nahrung | kleine (giftige) Insekten und andere Wirbellose | |
| Körperlänge | 31 - 36 mm | |
| Gelege (Laich) | 3 - 16 Eier in Laichhöhlen am Boden oder auf Blättern | |
| Stadium im Laich | circa 10 Tage | |
| Stadium als Kaulquappe | für 2 - 3 Monate in Bromelientrichter, Brutpflege durch Weibchen | |
| Nutzung | Heimtierhandel | |
| Aktueller Bestand | abnehmend | |
| Im Zoo Zürich seit | 2025 | |
Verbreitung