Das Hauskaninchen ist ein kleines, pflanzenfressendes Säugetier aus der Familie der Hasen (Leporidae) und die domestizierte Form des Wildkaninchens. Typisch sind die langen Ohren, die kräftigen Hinterbeine sowie der kurze, flauschige Schwanz. Kaninchen unterscheiden sich deutlich von Feldhasen (Lepus europaeus) und Schneehasen (Lepus timidus), die grösser sind und längere Ohren besitzen. In der Natur leben Kaninchen in unterirdischen Bauten mit weit verzweigten Tunnel- und Höhlensystemen, die auch Hauskaninchen instinktiv nutzen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Ein auffälliges Merkmal ist ihre hohe Fortpflanzungsrate. Nach einer Tragzeit von etwa einem Monat bringt das Weibchen meist fünf bis sechs Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt nackt, blind und taub und entwickeln sich in kurzer Zeit sehr schnell. Bereits nach wenigen Wochen nehmen sie selbstständig Nahrung auf und sind bald geschlechtsreif. Interessant ist bei Kaninchen auch die Koprophagie: Dabei nehmen sie einen Teil ihres Kots erneut auf, um schwer verdauliche Pflanzenbestandteile besser aufzuschliessen und zusätzliche Nährstoffe zu verwerten.
Hauskaninchen sind über die Jahre in zahlreichen Rassen und Farbvarianten gezüchtet worden, die sich in ihrem Aussehen zum Teil deutlich von dem der Wildkaninchen unterscheiden. Die Rasse, die wir im Zoo halten, heisst Schweizer Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen. Vor über 50 Jahren begann Anton Häberli aus Winterthur, diese Kaninchenrasse zu züchten. Er hatte die Vision, ein Kaninchen zu züchten, das die gleichen Zeichnungsmerkmale wie eine Englische Schecke hat, mit einem reinweissen Fell, das zusätzlich zu den schwarzen Punkten auch orange Punkte aufweist. Dafür kreuzte er Englisch-Schecken mit Japanerkaninchen, die orange-schwarz gefärbt sind. So entstand das Schweizer Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen. Über die Wirbelsäule zieht sich ein schwarz-orange gepunktetes Band, und auf beiden Seiten sind möglichst gleichmässig weitere orange und schwarze Punkte auf einem reinweissen Fell verteilt. Die Ohren, die Nase und der Bereich rund um die Augen sind ebenfalls bunt. Die für Schweizer Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen typische Zeichnung zu erreichen, ist jedoch eine der grössten Herausforderungen in der Kaninchenzucht. Kreuzt man zwei Schweizer Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen mit der für sie typischen Färbung, entstehen zu 50 % Jungtiere mit derselben Färbung, aber auch zu 25 % weisse und zu 25 % orange-schwarze. Dieser Erbvorgang nennt sich spalterbig.
| Verwandtschaft |
Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha, 80 Arten), Familie der Hasen (Leporidae), Gattung der Altweltlichen Kaninchen (Oryctolagus), Europäisches Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) |
| Lebensraum |
sandige, lockere Böden, Erdwälle und Böschungen |
| Lebensweise |
dämmerungsaktiv, bodenlebend, tagsüber in selbstgegrabenen Höhlen |
| Sozialstruktur |
in Kolonien |
| Futter |
Gräser, Kräuter, Blätter, Rinde, Zweige, eigener Kot |
| Gewicht |
2,7 bis 3,1 kg; Junge 40 bis 50 g |
| Schulterhöhe |
20 cm |
| Kopf-Rumpflänge |
35 bis 45 cm |
| Schwanzlänge |
4 bis 7 cm |
| Ohrenlänge |
6 bis 8 cm |
| Tragzeit |
4 bis 5 Wochen (5 bis 7 Würfe pro Jahr) |
| Wurfgrösse |
5 bis 6 Junge, selten 9 Jungtiere, Nesthocker |
| Geschlechtsreife |
1 bis 2 Jahre |
| Lebenserwartung |
9 Jahre |
| Nutzung |
Fleisch, Fell, Haustier |
| Aktueller Bestand |
stabil, ProSpecieRara unterstützt den Erhalt der Schweizer Dreifarben-Kleinscheckenkaninchen |
| Im Zoo Zürich seit |
2024 |
Pat*innen
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M. Urban, Ganterschwil |
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S. Kündig, Zug |
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M. Honsell, Berlingen |
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C. Steiger, Bergdietikon |
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E. Wyss, Sursee |
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B. + A. Siegenthaler, Dübendorf |
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K. Wiezel, Zürich |
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A. Bernt, Fislisbach |
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R. Caravatti, Männedorf |
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C. Meier, Zürich |