Blaukappenhäherling
Pterorhinus courtoisi
Der Blaukappenhäherling wird, wie sein Name vermuten lässt, den Häherlingen zugeordnet. Diese verfügen über ein vielfältiges Repertoire an Rufen. Einer ihrer Rufe klingt verblüffend ähnlich wie menschliches Lachen und gab der Gruppe ihren englischen Namen «Laughingthrushes» – «lachende Drosseln».
Der Blaukappenhäherling kommt ausschliesslich in einem kleinen Gebiet im Südosten Chinas vor (Provinz Jiangxi). Bevor er im Jahr 2000 wiederentdeckt wurde, wurde er in seinem natürlichen Lebensraum lange Zeit nicht mehr nachgewiesen.
Die Vögel bewohnen Wälder, Buschland und Baumgruppen in der Nähe menschlicher Siedlungen. Sie leben meist paarweise, in Familienverbänden oder lockeren Gruppen von bis zu 40 Tieren. Lautstark suchen sie am Boden, in Sträuchern und in Bäumen nach Insekten, Larven und anderen Wirbellosen. Dabei wenden sie Laubschichten, untersuchen Baumrinden nach Beute und klettern geschickt durch dichtes Geäst und Kletterpflanzen. Als Insektenfresser tragen sie dazu bei, das ökologische Gleichgewicht ihres Lebensraums aufrechtzuerhalten.
Während der Brutzeit von April bis Juli bauen die Tiere schalenförmige Nester aus Zweigen und Gräsern, die meist mehrere Meter hoch in Bäumen angelegt werden. Nicht nur die Eltern, sondern manchmal auch weitere Gruppenmitglieder, zum Beispiel Jungtiere aus früheren Bruten, beteiligen sich an der Versorgung der Jungvögel und Verteidigung der Brut.
Der Blaukappenhäherling wurde früher in grosser Zahl für die Käfighaltung gefangen. Heute bedrohen vor allem Lebensraumverlust, Strassen- und Siedlungsbau sowie Störungen durch Tourismus und menschliche Aktivitäten die wenigen verbliebenen Brutgebiete.
| Verwandtschaft | Häherlinge (Leiothrichidae), Gattung Pterorhinus (23 Arten) |
| Lebensraum | immergrüner, subtropischer Laubwald, Nadelwald und angrenzendes Buschland |
| Lebensweise | tagaktiv |
| Sozialstruktur | leben paarweise, in kleinen Familiengruppen oder grösseren Gruppen; während der Brutzeit formen sie monogame Paare, die in losen Brutkolonien brüten |
| Nahrung | suchen am Boden, in Sträuchern und Bäumen nach Insekten, Larven, anderen Wirbellosen oder Früchten und Sämereien |
| Gewicht | ca. 50 g |
| Körpergrösse | ca. 24 bis 25 cm |
| Brutzeit | Frühjahr bis Sommer |
| Gelege | 3 bis 5 Eier |
| Nest | offenes Schalennest aus Zweigen und Gräsern in Bäumen (in ca. 4 bis 15 m Höhe) |
| Brutverhalten | Beide Eltern bebrüten das Gelege für ca. 14 Tage (Helfervögel können beim Bewachen der Brut beteiligt sein). |
| Aufzucht | erfolgt durch beide Elterntiere (und zum Teil durch Helfervögel); Jungvögel verlassen das Nest nach etwa 12 bis 16 Tagen |
| Lebenserwartung | 8 bis 12 Jahre |
| Bedrohung | vom Aussterben bedroht durch Lebensraumverlust, Strassen- und Siedlungsbau, Störungen an Brutplätzen, frühere Fangaktivitäten für den Käfigvogelhandel |
| Aktueller Bestand | ca. 400 Individuen (Stand 2022) |
| Im Zoo Zürich seit | 2026 |
Verbreitung