Amurtiger
Panthera tigris altaica
Der Tiger wird in sechs verschiedene rezente Unterarten unterteilt, von denen der Amurtiger die grösste und zugleich am nördlichsten verbreitete ist. Diese grösste Grosskatze ist extrem anpassungsfähig und trotzt selbst Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius.
Ein grosser Teil ihrer Zeit widmen sie dem sogenannten «Harren», bei dem sie geduldig auf Beute und die Gelegenheit, diese zu erlegen wartet. Hat ein Tiger ein potenzielles Beutetier ausgemacht, nähert er sich vorsichtig, bevor er versucht, es mit einem gezielten Sprung von hinten zu überwältigen. Der Jagderfolg ist jedoch eher gering: Im Durchschnitt gelingt nur jeder zehnte Angriff.
Um dieses natürliche Verhalten auch im Zoo Zürich zu simulieren, wird der Amurtiger nicht einfach täglich mit Fleisch versorgt. Stattdessen bieten wir den Amurtigern eine an seine Jagdstrategie angepasste Fütterung. Dazu zählen beispielsweise der Wechsel zwischen verschiedenen Anlagen, der Einsatz von artgerechten Anreizen oder dem Vorbeisausen seiner Beute via Seilbahn. Diese Massnahmen ermöglichen es, Erfolge und Misserfolge im Beuteverhalten der Tiere nachzuahmen und den natürlichen Lebensbedingungen möglichst nahe zu kommen.
In den 1940er-Jahren war der Amurtiger fast ausgerottet. In der Region nördlich von Wladiwostok lebten nur noch etwa 50 Tiere. Dank strenger Schutzmassnahmen der sowjetischen Regierung stieg der Bestand bis 1982 auf etwa 200 Tiere an. Heute leben etwa 750 Amurtiger in Russland sowie in angrenzenden Gebieten Chinas und Nordkoreas.
Der Zoo Zürich hat sich über mehrere Jahre mit finanziellen Beiträgen an Projekten zur Unterstützung von Wildhütern und zur Bekämpfung von Waldbränden beteiligt. Der Amurtiger bleibt leider stark bedroht. Seine Knochen sind weiterhin in der Chinesischen Medizin begehrt, obwohl der Handel mit Tigerknochen seit 1993 in China verboten ist. Der illegale Handel floriert weiter, mit Thailand und Vietnam als zentralen Umschlagplätzen.
| Verwandtschaft | Raubtiere, Katzen, Tiger (9 Unterarten) |
| Lebensraum | Laub- und Nadelwälder im Tief- und Bergland |
| Lebensweise | nachtaktiv, territorial |
| Sozialstruktur | Einzelgänger, Weibchen mit Jungtieren |
| Nahrung | bis zu 10 kg Fleisch täglich, vor allem Wildschweine, Rehe und Rothirsche |
| Gewicht | Weibchen bis 185 kg, Männchen bis 280 kg, Neugeborene bis 1,6 kg |
| Kopf-Rumpflänge | bis 220 cm, selten bis 280 cm |
| Schulterhöhe | 110 cm |
| Schwanzlänge | 100 cm |
| Tragzeit | 95 bis 112 Tage |
| Wurfgrösse | 2 bis 7 Jungtiere |
| Geschlechtsreife | 4 bis 5 Jahre |
| Paarungszeit | ganzjährig, hauptsächlich jedoch im Winter und Frühling |
| Lebenserwartung | 20 Jahre |
| Nutzung | Knochen für Chinesische Medizin, Fell |
| Aktueller Bestand | im Freiland über 500 Tiere, hauptsächlich in Sikhote Alin in Russland, in europäischen Zoos rund 300 Tiere |
| Im Zoo Zürich seit | von 1929 bis 1945, 1961 bis 1968 und ab 1979, insgesamt 56 Jungtiere (bis heute), international koordinierte Zucht (EEP) |
Verbreitung
Tierstimme
Pat*innen
| ZEYA | Salamander Naturgärten AG, Schönenwerd |
| AKIM | M. Rahn, Zürich |
| ZEYA | Familie Bardenhewer, Zürich |
| AKIM | Familie S. + St. + T. + L. Huber, Dielsdorf |