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Fischotter

Unser Engagement

Der Zoo Zürich engagiert sich gemeinsam mit der Stiftung Pro Lutra für eine natürliche Rückkehr des Fischotters in der Schweiz. So wird die Öffentlichkeit kontinuierlich über Sichtungen und die Situation des Fischotters in der Schweiz informiert, damit dieser in der Bevölkerung nicht vergessen und seine natürliche Rückkehr wohlwollend aufgenommen wird. Um die Rückkehr des Fischotters und die Verwandtschaft der Tiere zu dokumentieren, stellt der Zoo Zürich der Stiftung Pro Lutra wissenschaftliches Material wie Fotofallen und Videokameras zur Verfügung und beteiligt sich an DNS-Untersuchungen. Um dieses Projekt erfolgreich voranzutreiben, arbeitet die Stiftung Pro Lutra eng mit Behörden und interessierten Institutionen zusammen. Federführend dabei ist Dr. Hans Schmid, Leiter Tierpflege des Zoo Zürichs, der die Leitung des Stiftungsrates bei Pro Lutra innehat. Im Zoo Zürich werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms erfolgreich Fischotter gezüchtet, welche in regelmässigen Abständen an Partner des Zuchtprogramms abgegeben werden.

Naturschutz konkret

Nachdem die Stiftung Pro Lutra erkannte, dass sich die Fischotterpopulation in der Steiermark (A) und in Savoyen (F) sprunghaft auch Richtung Schweiz ausbreitete, baute die Stiftung im Jahr 2007 eine systematische Überwachung der zu erwartenden natürlichen Einwanderung auf. Diese Überwachung ist sehr aufwändig, da die Tiere einzelgängerisch leben und sich ihr Territorium über ein Gewässersystem von 10 bis 40 Kilometern Länge erstreckt. Zudem leben die Tiere in deckungsreichen Lebensräumen. Mittels des Forschungsprojekts Lutra alpina  untersucht die Stiftung Pro Lutra, ob und wie sich die Lebensraumbedingungen für den Fischotter in unserem Land verändert haben. Sie dokumentiert zudem alle gesicherten Hinweise von Fischottern in der Schweiz und im grenznahen Ausland. Aufgrund des so gewonnenen Wissenstands wird geprüft, wie und wo Massnahmen ergriffen werden können, um eine Rückkehr des Fischotters zu ermöglichen.

Herausforderungen

Der Europäische Fischotter ist eine von dreizehn Otterarten, die einst in ganz Europa verbreitet war. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Fischotter in der Schweiz als ausgestorben. Trotz aufwendiger Forschung konnten die Ursachen des Aussterbens bis heute wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt werden. Diskutiert werden die gezielte Ausrottungsjagd, Giftstoffe in den Gewässern und ein Rückgang der Fischbestände. Heute mehren sich die Hinweise, dass der Fischotter natürlich in die Schweiz zurückkehrt. Den Lebensraum dieser Tiere bildet die dichte Ufervegetation entlang von Flüssen und Bächen, wo sie sich von Fischen, Kleinsäugern und Vögel ernähren. Um die Rückkehr des Fischotters positiv zu beeinflussen, müssen ihre Lebensräume wie Auenwälder, Fluss- und Seeufer, ökologisch aufgewertet werden.

Heute leben wieder Fischotter in Flüssen der der Steiermark. Jedoch ist dieser Lebensraum von intensiver Kulturlandschaft mit Mehrfachnutzung durch den Menschen geprägt. Typische Beispiele dafür sind vielfältige Industrie und alle Formen der Wassernutzung bis hin zu Wasserkraftwerken. Dennoch hat es der Fischotter geschafft, sich anzusiedeln. Diese Beobachtungen aus Österreich sind für die Schweiz besonders wichtig, da die natürliche Rückkehr dieser Gebiete in den vergangenen zehn Jahren darauf hindeutet, dass Fischotter in intensiv genutzten subalpinen und alpinen Tälern leben können. Wie die Fischotter in solchen Lebensräumen zurechtkommen, welche Ansprüche sie an ihren Lebensraum und ihre Rückzugsorte haben und wie sie die unvermeidbaren Barrieren überwinden, ist weitgehend unklar. Das Forschungsprojekt Lutra alpina soll hier Aufschluss geben. Die Resultate wie Fischotter leben und überleben, bildet für die Rückkehr des Fischotters in die Schweiz die wichtigste Basis.