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Kaeng Krachan

Unser Engagement

Der Zoo Zürich unterstützt den Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand zum Schutz der dort lebenden Elefanten in enger Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society WCS. Im Zentrum des Engagements steht die Entschärfung des Konflikts zwischen Menschen und Elefanten. Nebst Schutzzäunen, die verhindern, dass die Elefanten in bewohnte Gebiete dringen, wurde ein Informationszentrum errichtet, in dem Schulklassen und die Bevölkerung für den Naturschutz sensibilisiert werden. Zudem unterstützt der Zoo Zürich die Wildhüter des Kaeng Krachan Nationalparks im Kampf gegen die Wilderei, indem er Ausrüstung und Ausbildungskurse finanziert.

Naturschutz Konkret

Mit fast 3000 Quadratkilometern Fläche ist der Kaeng Krachan Nationalpark das grösste Schutzgebiet in Thailand. In ihm leben rund 200 wilde Elefanten. Der Kaeng Krachan Nationalpark und weitere Schutzgebiete im Norden umfassen die grössten und artenreichsten Waldgebiete im ganzen südostasiatischen Raum. Hier soll mit der Errichtung von Wildtierkorridoren im Verbund mit den anderen Schutzgebieten die traditionellen Wanderrouten der Elefanten langfristig geschützt werden sowie Tiger, Gibbons, Tapire und andere bedrohte Tier- und Pflanzenarten erhalten werden.

Herausforderungen

Das Verbreitungsgebiet des Asiatischen Elefanten erstreckte sich ursprünglich von Syrien bis nach China, eingeschlossen Sri Lanka, Sumatra und Borneo. Heutzutage beurteilt die Internationale Welt-Naturschutzunion IUCN den Fortbestand dieser Elefanten in der Wildnis als stark gefährdet. In Südostasien steht diese Tierart in manchen Regionen vor dem Aussterben. In Thailand wird der Bestand in der Wildnis noch auf rund 3000 Tiere geschätzt. Mehrere Faktoren üben Druck auf die Bestände aus. Einerseits gelangen Bullen wegen der Stosszähne ins Visier der Wilderer. Andererseits geht der Lebensraum der Elefanten durch Rodungen und die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Kulturen zusehends verloren.

Die traditionellen Futterplätze und Wanderrouten wilder Elefanten werden vielerorts durch die Landwirtschaft zerstört. So richten die Tiere auf ihren Wanderungen grosse Schäden an Plantagen, Häusern oder Vieh an. Dies erzeugt Konflikte, welche mit Schutzzäunen und Wachposten sehr stark gemindert werden. Hierzu werden entlang der Nationalparkgrenze Alarmzäune errichtet. Durchbrechen Elefanten diese Alarmzäune, ertönt ein lauter Alarm mit Lichtsignal. Die Wachposten treiben dann die Elefanten in den Wald zurück. Die begrenzte Zaunlänge erlaubt den Tieren nach einer Umleitung, ihre Wanderung trotzdem fortzusetzen. So wurden die Konflikte in einigen Regionen um bis zu 90 Prozent reduziert.

Alarmzaun zur Entschärfung des Human-Elephant-Conflicts
Alarmzaun: Elefanten verlassen vor allem nachts die Wälder, um auf Feldern Ananas, Bananen und andere Früchte zu fressen. Licht- und Alarmsignale «entlarven» Tiere, die den Zaun auf dem Weg zum Feld durchbrechen. Geweckt vom Lärm treibt der Bauer oder Ranger die Elefanten mit Feuerwerk zurück in die Wildnis; Ernte und Elefanten bleiben dabei unversehrt.

Ein geplanter, 75 Kilometer langer Wanderkorridor soll den Elefanten aus dem Kaeng Krachan Nationalpark eine sichere Wanderung in die im Norden gelegenen Schutzgebiete des Western Forest Complex ermöglichen. Der Zoo Zürich unterstützt in enger Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society WCS die Wildhüter des Kaeng Krachan Nationalparks im Kampf gegen die Wilderei, die Abholzung und die illegale Landnutzung.

Ranger des Kaeng Krachan Nationalparks
Ranger patrouillieren regelmässig im Nationalpark zur Bekämpfung der illegalen Jagd.
Manoon Pliosungnoen, WCS Thailand
Manoon Pliosungnoen, WCS Thailand: Der Umweltwissenschaftler Manoon Pliosungnoen arbeitet seit 2009 für die Wildlife Conservation Society WCS Thailand als Projektmanager im Kaeng Krachan Forest Complex.
Dr. Martin Bauer, Leitender Kurator Zoo Zürich
Dr. Martin Bauert, Leitender Kurator Zoo Zürich: Führt die Abteilung Zoobiologie und ist hauptverantwortlich für die Naturschutzprojekte des Zoo Zürich. Er pflegt einen engen Austausch mit den Projektverantwortlichen in Thailand. Er ist Vizepräsident der schweizerischen Fachkommission für die Belange des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES.