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  • Königspinguine

    Alterung von Königspinguinen

    Alterungsrate, Immunoseneszenz und Genominstabilität: Was können wir von Königspinguinen lernen? Dieser Frage geht eine Forschungsarbeit im Rahmen einer Zusammenarbeit der Universität Helsinki, des Zoo Zürich und des französischen Polarinstituts nach. Vereinfacht gesagt untersuchen Forschende, was passiert, wenn ein Königspinguin wie ein typisch westlicher Mensch lebt.

    Wandel des Lebensstils 

    Die Urzeitmenschen hatten oft mit Nahrungsknappheit zu kämpfen. Die Entstehung der Landwirtschaft und die Entwicklung der Medizin brachten Nahrungssicherheit und ein längeres Leben.

    Das Gleiche gilt für die Tiere im Zoo: Sie führen ein geschütztes, risikoarmes, gut genährtes und medizinisch versorgtes Leben. Infolgedessen leben sie oft länger. Bei Tieren wie bei Menschen hat dieses längere Leben allerdings auch eine Kehrseite, von verminderter Fruchtbarkeit bis zu Krebserkrankungen.

    Königspinguine in der Antarktis

    In der Wildnis (im Bild in der Antarktis) hat der Königspinguin regelmässig lange Fastenzeiten, im Zoo ist er jederzeit mit Futter versorgt – lassen sich daraus Parallelen ziehen zum Menschen? Foto: Antarctic Research Trust, Benno Lüthi

    Gesundheit im Alter

    Wie Nahrungssicherheit und eine – im Fall des Menschen – sitzende Lebensweise die Gesundheit im Alter beeinflussen, untersuchen Forschende im Rahmen einer Zusammenarbeit der Universität Helsinki, des Zoo Zürich und des französischen Polarinstituts. Der Fokus liegt dabei auf dem Königspinguin: ein langlebiger Vogel, der von Natur aus daran angepasst ist, in der Wildnis wochenlang zu fasten. Im Zoo kann er weit über 30 Jahre alt werden.

    Ziel der Forschungsarbeit ist es, zu verstehen, was passiert, wenn dieser aktive Schwimmer und regelmässige Faster anfängt, wie ein typischer westlicher Mensch zu leben: mit frischem Fisch in Reichweite und medizinischer Versorgung, wann immer er sie braucht. Wir hoffen, dass uns dies einerseits zu verstehen hilft, was in den frühen Phasen der Wandlung des Menschen zu einem sitzenden Lebensstil geschah. Und andererseits, dass es uns hilft, den Königspinguinen im Zoo ein noch besseres Leben zu ermöglichen.