Pantanal Voliere: Verhandlungen beendet
Seit der Mitteilung des Zoo Zürich am 9. Dezember 2025 über das Ende der Zusammenarbeit mit der bisherigen Stahlbaufirma beim Bau der Pantanal Voliere wurde intensiv versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden. Diese Bemühungen blieben leider erfolglos. Deshalb müssen die Verhandlungen – sehr zum Bedauern des Zoos – nun endgültig beendet werden. Glücklicherweise scheinen aber die Arbeitsplätze der Stahlbaufirma durch eine Auffanggesellschaft weitgehend erhalten werden zu können.
Anfang Dezember hat der Zoo Zürich öffentlich mitgeteilt, dass er die Zusammenarbeit mit der bisher am Bau der Pantanal Voliere beteiligten Stahlbaufirma aufgrund schwerwiegender Vertragsverletzungen beendet. Dieser in den letzten Jahrzehnten der Bauaktivitäten im Zoo einmalige Vorgang wurde notwendig, weil das Unternehmen die für Sicherheit und Stabilität der Voliere erforderliche Genauigkeit nicht frist- und kostengerecht einhalten konnte. Daraufhin hat der Zoo die ihm gemäss Werkvertrag übergebenen Bankgarantien abgerufen. Diese dienten ausschliesslich dazu, durch den Zoo bereits geleistete Vorauszahlungen abzusichern, für die bisher keine Gegenleistungen erbracht wurden.
Intensive Lösungsversuche
Im Anschluss fanden mehrere Wochen dauernde Verhandlungen zwischen den beiden Parteien statt. Diese hatten die Folgen der Auflösung des Werkvertrags, insbesondere die Weiterverwendung der bereits vorproduzierten Stahlbogen-Teile zum Inhalt. «Der Zoo Zürich hat sowohl vor als auch nach der Beendigung der Zusammenarbeit intensiv versucht, eine einvernehmliche Lösung mit der Stahlbaufirma zu finden», sagt Zoodirektor Severin Dressen. «Wir wollten im Rahmen einer Gesamtlösung erreichen, dass die bereits produzierten, aber nicht herausgegebenen Stahlbogen-Teile weiterverwendet werden können», erklärt Dressen weiter. Diese Bemühungen scheiterten jedoch insbesondere an unterschiedlichen finanziellen Vorstellungen über die Abgeltung der vorproduzierten Bogen-Teile, für die der Zoo bereits Vorauszahlungen an das Unternehmen geleistet hat. Dressen resümiert: «Dieses Resultat der Verhandlungen ist für uns unverständlich, zumal wir das finanzielle Angebot nochmals markant erhöht haben, um doch noch eine Lösung zu finden. Damit hätten auch die Rechnungen der Zulieferanten der Stahlbaufirma bezahlt werden können. Die Weigerung der Stahlbaufirma, die Bogenträger herauszugeben, führt nun leider dazu, dass die produzierten Stahl-Teile eingeschmolzen und von einer neuen Stahlbaufirma erneut produziert werden müssen.»
Haltung des Zoos
Der Zoo Zürich bedauert den gescheiterten Lösungsversuch ausserordentlich. Gleichzeitig weist er den Vorwurf zurück, den Abbruch der Verhandlungen oder einen möglichen Konkurs der Stahlbaufirma verursacht zu haben. Der Zoo ist zudem der Ansicht, dass die zu Recht abgerufene Bankgarantien nicht der Grund für den Konkurs eines Unternehmens dieser Grösse sein können. Solche Garantien sind ein üblicher Teil von Werkverträgen und dienen ausschliesslich dazu, bereits geleistete Vorauszahlungen abzusichern, falls die vereinbarte Gegenleistung nicht erbracht wird. «Wir sind uns aber der ungewissen Situation für die Mitarbeiter*innen des Unternehmens bewusst und bedauern diese sehr», erklärt Zoodirektor Severin Dressen zur möglichen Insolvenz der Stahlbaufirma. Allerdings hat die Stahlbaufirma im Verlauf der Gespräche signalisiert, dass die Arbeitsplätze weitestgehend erhalten bleiben, da der Betrieb voraussichtlich durch eine sogenannte Auffanggesellschaft weitergeführt werden soll. «Der Zoo ist froh, dass es nun doch noch zu einem positiven Ausgang für die meisten Mitarbeiter*innen der Stahlbaufirma zu kommen scheint», zeigt sich Dressen erleichtert. Dressen betont erneut: «Die Pantanal Voliere wird vollständig durch Spendengelder finanziert. Wir tragen daher eine grosse Verantwortung gegenüber allen Spender*innen, die uns ihr Geld anvertraut haben. Es ist unsere Pflicht, sorgfältig und verantwortungsvoll mit diesen Mitteln umzugehen. Wir konnten daher beim besten Willen nicht eine höhere Summe anbieten, als wir in der letzten Verhandlungsrunde getan haben.»
Im Verlauf der langanhaltenden Verhandlungen durfte der Zoo Zürich auf eine breite Unterstützung seiner Geschäftspartner – insbesondere des für die Planung der Pantanal Voliere verantwortliche Ingenieurbüro – zählen. Diese Unterstützung wurde sehr geschätzt und bestärkte den Zoo darin, letztlich den richtigen Entscheid getroffen zu haben.
Gespräche mit neuen Umsetzungspartnern
Der Zoo Zürich arbeitet daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Die Vergabegespräche laufen zurzeit noch. Erst wenn ein neues Unternehmen gefunden und der Terminplan mit der geänderten Ausgangslage aktualisiert wurde, kann ein neues Eröffnungsdatum der Pantanal Voliere abgeschätzt werden.
BILDER
Die Bilder sind unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.
Foto: Zoo Zürich, Tim Benz.