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  • Rendering der Pantanal Voliere, Aussenansicht, Stand 2024.

    Neue Stahlbaufirmen für die Voliere des Pantanal Feuchtgebiets

    Der Zoo Zürich hat zwei neue Stahlbaufirmen mit der Fertigstellung der Voliere im zukünftigen Pantanal Feuchtgebiet beauftragt. Dabei handelt es sich um die Stakotra Manufacturing s.r.o. mit Sitz in der Slowakei sowie die Cimolai S.p.A. aus Italien. Um einen zügigen Baufortschritt sicherzustellen und die jeweiligen Fertigungsstärken der beiden Stahlbauunternehmen optimal zu nutzen, werden die Unternehmen parallel an den erforderlichen Stahlkonstruktionen arbeiten.

    Rund fünf Monate sind vergangen, seit dem der Zoo Zürich die Zusammenarbeit mit der bisherigen Stahlbaufirma Baltensperger im Bauprojekt für das Pantanal Feuchtgebiet beenden musste. Dieser für den Zoo in den letzten Jahrzehnten einmalige und bedauerliche Schritt wurde notwendig, da das Unternehmen die für die Konstruktion der Voliere erforderlichen und vertraglich vereinbarten Toleranzwerte nicht frist- und kostengerecht einhalten konnte.
    Nun steht fest, mit welchen beiden neuen Stahlbaufirmen der Zoo stattdessen das Bauprojekt umsetzen wird: die slowakische Stakotra Manufacturing s.r.o. sowie die italienische Cimolai S.p.A. «Wir freuen uns, dass wir mit den neuen Baupartnern zwei ausgewiesene Stahlbauspezialisten für die einmalige Konstruktion der Voliere verpflichten konnten. Nun sind wir zuversichtlich, dass die Stahlbauarbeiten zeitnah wieder aufgenommen werden können», sagt Zoodirektor Severin Dressen zum erfolgreichen Vertragsabschluss.

    Probe-Werkstück gebaut

    Als Teil des Auswahlverfahren wurden die beiden Stahlbauunternehmen beauftragt, ein 1:1-Probe-Werkstück der Unterkonstruktion innerhalb der geforderten Toleranzen und des vorgegebenen Zeitrahmens herzustellen und zur Abnahme vorzulegen. Beide Unternehmen erfüllten diese Anforderungen ohne Beanstandungen. Nach weiteren Evaluierungsschritten konnten die Verträge mit den beiden neuen Stahlbaufirmen definitiv unterzeichnet werden. Mit der Stakotra Manufacturing s.r.o., einem hochspezialisierten Zulieferer für präzise, dynamisch belastete Stahlkonstruktionen (z.B. die höchste, längste und schnellste Achterbahn der Welt oder aussergewöhnliche Industrieanlagen) sowie der Cimolai S.p.A., einem in internationalen Grossprojekten erfahrenen Stahlbaukonzern (z.B. die breiteste Brücke Europas, das grösste Teleskop der Welt oder Stadien), hat sich der Zoo Zürich für zwei etablierte und in ihren jeweiligen Spezialgebieten führende Stahlbaufirmen entschieden.

    Cimolai S.p.A. in positiv verlaufendem Sanierungsverfahren

    Der Zoo Zürich ist sich bewusst und möchte transparent darüber informieren, dass sich die italienische Stahlbaufirma Cimolai S.p.A. seit 2023 in einem Sanierungsverfahren mit Gläubigervergleich befindet, dessen formeller Abschluss derzeit noch aussteht. Hintergrund sind insbesondere Verluste aus komplexen Währungsabsicherungs-geschäften, welche die finanzielle Situation des Unternehmens belastet haben. Diese Faktoren stehen jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit des Unternehmens, die weiterhin regulär fortgeführt wird. Das eingeleitete Verfahren hat eine schrittweise Stabilisierung der finanziellen Struktur ermöglicht und steht nun vor dem Abschluss, mit dem Ziel, die operative Kontinuität von Cimolai S.p.A. langfristig zu sichern.
    Der Entscheid des Zoo Zürich, dennoch mit Cimolai S.p.A. zusammenzuarbeiten, basiert auf einer umfassenden Bewertung. Ausschlaggebend waren insbesondere die bei der Erstellung des Probe-Werkstücks der Unterkonstruktion nachgewiesene technische Leistungsfähigkeit innerhalb der geforderten Toleranzen sowie die Gesamtbeurteilung der wirtschaftlichen und unternehmerischen Leistungsfähigkeit. In dieser Beurteilung schnitt die erfahrene Cimolai S.p.A. im Vergleich zu anderen Stahlbaufirmen insgesamt besser ab. Gleichzeitig wurden – wie bei Projekten dieser Grössenordnung üblich – gezielte vertragliche Sicherungsmechanismen verankert, darunter durch in der Schweiz niedergelassene Banken ausgestellte Bankgarantien, um mögliche Risiken zu minimieren und die vertragliche Projektumsetzung zusätzlich abzusichern.

    Zusammenarbeit zweier Firmen

    Um einen zügigen Baufortschritt sicherzustellen und die jeweiligen Fertigungsstärken der beiden Stahlbauunternehmen optimal zu nutzen, werden Stakotra Manufacturing s.r.o. und Cimolai S.p.A. parallel an den erforderlichen Stahlkonstruktionen arbeiten. Dabei ist Stakotra für die Herstellung und Montage der Unterkonstruktion sowie die Montage der Bogenträgerelemente zuständig, während Cimolai S.p.A. die rund 60 Bogenteile produziert.
    Die beiden Stahlbaufirmen haben während den Vergabeverhandlungen dem Zoo Zürich mitgeteilt, dass sie von einer Übernahme der bereits durch die Firma Baltensperger produzierten Bogenträgerteile absehen werden, weil sie die tatsächliche Genauigkeit und Fertigungsqualität der Volieren-Elemente nicht vollends einschätzen können. Zudem sind bereits vorgängig geführte Verhandlungen zwischen dem Zoo Zürich und der Baltensperger AG für eine allfällige Übernahme der Bogenträgerteile gescheitert, da Baltensperger die durch den Zoo vorgelegten Angebote mehrfach abgelehnt hat.

    Weiterer Verlauf des Bauprojekts

    Obwohl die Stahlbauarbeiten zwischenzeitlich pausiert waren, wurde auf sowie in der Umgebung der Baustelle für das Pantanal Feuchtgebiet kontinuierlich weitergearbeitet. So konnten beispielsweise die Innenbereiche für die verschiedenen gefährdeten südamerikanischen Vogelarten bereits fertiggestellt werden. Nach Abschluss der Einrichtungsarbeiten werden bald die ersten Vögel ins sogenannte Refugio einziehen und die Tierpfleger*innen können erste Erfahrungen in der Haltung der Tiere in den neuen Anlagen sammeln. «Inwieweit sich das Eröffnungsdatum aufgrund des Wechsels der Stahlbaufirmen verzögern wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen», erklärt Zoodirektor Severin Dressen. Dazu muss nun zuerst der detaillierte Bauterminplan mit den beiden neuen Unternehmen nochmals geprüft werden. «Nach den herausfordernden Monaten, die hinter uns liegen, freue ich mich sehr auf den Moment, in dem der erste Bogenträger steht und die Voliere Schritt für Schritt Gestalt annimmt», zeigt sich Dressen optimistisch für den weiteren Projektverlauf mit den beiden neuen Stahlbaufirmen.

    BILDER

    Die Bilder sind unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.

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    Drohnenaufnahme Baustelle Pantanal Voliere

    Foto: Zoo Zürich, Tim Benz.