Ein Insektenhotel bauen
Nisthilfen für Insekten – «Insektenhotels» – lassen sich ohne viel Aufwand und Kosten einfach bauen: Aus Steinen, Schilfröhrchen, Lehm, Holz und anderem entstehen wertvolle Lebensräume. Das fördert die Biodiversität. Sobald die Nisthilfen gebaut sind, braucht es nur noch etwas Geduld, bis «Hotelgäste» wie Hummeln, Schlupfwespen und Wildbienen im neuen Zuhause einziehen.
Im Zoo Zürich steht neben der Lori-Voliere ein Hotel für einzeln lebende Wildbienenarten. Im Frühling herrscht dort Hochbetrieb, wenn neue Bewohnerinnen einziehen und ihre Eier in die vorbereiteten Löcher ablegen.
Nisthilfe für Wildbienen aus hohlen Stängeln
Material
- Bambusrohre (Innendurchmesser 3–10 mm) oder Schilfmatten (gibt's im Baumarkt)
- Säge oder Rebschere
- Draht
- Schnur
- evtl. Bohrer
- evtl. Lochziegel
Bauanleitung
- Säge die Bambusrohre hinter dem Knoten durch oder schneide die Schilfmatte auf eine Länge von ca. 30 cm, ohne dabei die Halme zu zerquetschen.
- Entferne das lockere Mark im Bambus mit einem Bohrer oder Draht.
- Schnüre die Bambusröhren mit dem Knoten nach hinten zusammen oder lege sie einzeln in die Löcher eines Lochziegels oder rolle die schmalen Schilfmatten auf und schnüre sie vorsichtig zusammen.
- Finde einen geeigneten Ort, der vor direkter Witterung geschützt ist. Ideal sind Standorte, die von Südost bis Südwest ausgerichtet sind.
- Befestige das Bündel oder den bestückten Lochziegel waagrecht an eine Wand oder einen Pfosten.
Nisthilfe für Wildbienen aus Holzstämmen oder Ästen
Material
- Trockene Holzstämme oder dicke Äste (z.B. Esche oder Eiche)
- Akkubohrer
- Bohraufsätze 2–10 mm
- Schnur oder Draht
Bauanleitung
- Säge die Holzrugel in 11–15 cm lange Stücke.
- Bohre von aussen durch die Rinde 5–10 cm tiefe, unterschiedliche Löcher (2–10 mm Durchmesser).
- Reinige die Löcher und schleife die Eingänge glatt.
- Finde einen geeigneten Ort, der vor direkter Witterung geschützt ist. Ideal sind Standorte, die von Südost bis Südwest ausgerichtet sind.
- Befestige die gelochten Holzstücke waagrecht an eine Wand oder einen Pfosten.
Nisthilfen für Steilwandbewohner
Auch die lehmigen Wände von Flussufern kann man nachbauen. Hierzu nimmst du am besten sandigen Lehm (oder Löss) aus einer Baustelle. Du kannst auch normalen Lehm kaufen; diesen dann mit Sand und etwas Sägemehl mischen (Verhältnis ca. 1/3). Den Lehm pflasterst du in einen geeigneten Kasten. Die dabei entstehende «Wand» darf nicht zu hart sein. Um den Bienen eine Starthilfe zu geben, kannst du auch einige Löcher vorbohren.
Tipps für den Bau
- Bohre parallel zur Holzfaser; also nicht zwischen die Jahrringe, sondern im rechten Winkel dazu.
- Achte darauf, dass die Löcher überall schön glatt sind. Auch geschnittene Stängel dürfen nicht ausgefranst sein. Verwende scharfe Bohrer/Scheren, um das Ausfransen zu verhindern.
- Keine Röhren aus Plastik verwenden. Das fördert den Schimmelpilzbefall
- Keine Ziegelsteine verwenden. Deren Löcher sind viel zu gross. Als Halter für Röhrchen kannst du Ziegelsteine jedoch einsetzen.
Gut zu wissen
Nicht alle Wildbienen-Arten nutzen oberirdische Nisthilfen; fast zwei Drittel der Wildbienen nisten im Boden. Alleine mit dem Bereitstellen von Nistmöglichkeiten lassen sich bedrohte Wildbienenarten deshalb nicht retten. Die Nisthilfen bieten aber hervorragende Möglichkeiten für Naturbeobachtungen und tragen zur Sensibilisierung bei, gerade auch von Kindern.
Ein nachhaltiger Schutz der Wildbienen, insbesondere der gefährdeten Arten, kann nur durch die langfristige Erhaltung, Pflege und Förderung natürlicher oder naturnaher Nistplätze sowie Nahrungsräume gewährleistet werden. Der Schutz ihrer Lebensräume steht deshalb an oberster Stelle.