Amphibien
Amphibien leben im Wasser und an Land. Frösche, Kröten, Salamander und Molche sind ihre bekanntesten Vertreter. Es gibt 5800 Arten verteilt in aller Welt. Der Countdown läuft. Nach neusten Untersuchungen der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) sind von den weltweit 5800 Arten rund ein Drittel (1856 Arten) vom Aussterben bedroht, 413 stehen unmittelbar vor dem Aussterben und 126 Arten sind während den letzten 25 Jahren bereits für immer verschwunden. Klimawandel, die Zerstörung des Lebensraumes und eingeführte Tierarten bedrohen und verdrängen die Amphibien. Zudem verbreitet sich ein gefährlicher Hautpilz in rasantem Tempo, der so genannte Chytridpilz. Er schädigt die Haut der Amphibien und führt massenweise zum Tod der Tiere.
Massnahmen und Ziele
Heute gibt es keine Möglichkeiten, die Ausbreitung des tödlichen Hautpilzes aufzuhalten oder kranke Amphibien in der Wildnis medizinisch zu behandeln. Zur Rettung der Tiere gibt es nur eines: die gefährdeten Tiere in geschützte Stationen umzusiedeln. Da können die Amphibien unter sicheren Bedingungen leben und sich fortpflanzen. Ziel der Massnahme ist es, dass die Tiere in Zukunft unter günstigeren Voraussetzungen wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkehren.
Beitrag des Zoo Zürich
Die südamerikanischen Harlekinkröten gehören wegen der dort häufigen Pilzerkrankungen zu den stärksten bedrohten Fröschen. Der Zoo in der kolumbianischen Stadt Cali hält und züchtet dort heimische Pfeilgiftfrösche in geschützter Umgebung. Mit der Unterstützung aus dem Zoo Zürich wird im Zoo von Cali das Zentrum für Nachzuchten von Harlekinkröten aufgebaut und betrieben.
Der Zoo Zürich unterstützt eine Untersuchung des Naturmuseums Turin und der Universität Antananarivo (Madagaskar) zur Gefährdung, Bestandesentwicklung und Verbreitung des Tomatenfrosches. Dieses Wissen ist Voraussetzung, um den bedrohten Tomatenfrosch zielgerichtet zu schützen.
Im Zoo Zürich werden verschiedene Amphibienarten gehalten und gezüchtet. Dazu zählen hauptsächlich Frösche aus den Regenwäldern Südamerikas und Madagaskars, wie etwa der winzige Rotrücken-Baumsteiger, der Goldene Pfeilgiftfrosch und der Tomatenfrosch. Der Zoo Zürich führt das europäische Zuchtbuch für den bedrohten Blauen Pfeilgiftfrosch.
Ab 23. März 2006 ist im Zoo Zürich die Ausstellung «Das Schweigen der Frösche» zu sehen, die mit einem Jahresprogramm von speziellen Veranstaltungen ergänzt wird.
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Literatur und Publikationen
- Chiari Y. Orozco-terWengel P., Vences M., Vieites D.R., Sarovy A., Randrianirina J. E., Meyer A., & Louis E. Jr.,in press. Genetic identification of units for conservation in tomato frogs, genus Dyscophus. Conservation Genetics (2005).
- Glaw F. & Vences M. (1994) A fieldguide to the amphibians and reptiles of Madagascar. Second edition, including freshwater fish and mammals. – Leverkusen: Vences und Glaw Verlag.
- Pintak T. (1987). Zur Kenntnis des Tomatenfrosches Dyscophus antongili (Grandidier 1877). – Salamandra 23 (2/3): 106–121.
- Rodriguez-Mahecha J.V. 2004. Libro Rojo de los Anfibios de Colombia. Colombia por Panamericana Formas e Impresos S.A.
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Naturschutzausstellung im Zoo Zürich: Amphibien in Gefahr

