Kuno Wildlife Sanctuary

Karte Indischer LöweDer Indische Löwe, einst vom Mittelmeer bis nach Zentralindien weit verbreitet, kommt heute nur noch im Gir Nationalpark (Gujarat, Indien) vor. Das Überleben des Indischen Löwen in dieser einzigen, nur etwa 300 Tiere umfassenden Population, ist langfristig nicht sichergestellt. Epidemien, Waldbrände oder andere Veränderungen des verbliebenen Lebensraumes könnten die Löwenpopulation auslöschen.

Die Indische Regierung hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesstaat Madhya Pradesh das Kuno Wildlife Sanctuary gegründet, das zur zweiten Heimat des Indischen Löwen werden soll. Eine Umsiedlung von 5–8 Tieren aus dem Gir Nationalpark ist zur Gründung dieser zweiten Population vorgesehen.

Massnahmen und Ziele

Die Regierung von Madhya Pradesh hat die Naturschutzorganisation Peace Charitable Trust beauftragt eine Forschungsstation im Kuno Wildlife Sanctuary einzurichten und die Umsiedlung von Löwen vorzubereiten. Die Forschungsstation im Kuno Wildlife Sanctuary erarbeitet mit den Vertretern des Bundesstaat Madhya Pradesh die Grundlagen zur Wiederansiedlung des Indischen Löwen, bildet Experten aus und publiziert Forschungsresultate.

Panoramasicht auf den Kuno Fluss in der WinterzeitBeitrag des Zoo Zürich

Der Zoo Zürich finanziert aus dem Naturschutzfonds den Aufbau und Betrieb der Forschungsstation im Kuno Wildlife Sanctuary, Shoepur District, Madhya Pradesh. Der Zoo beteiligt sich am Internationalen Zuchtprogramm der Indischen Löwen und zieht regelmässig Jungtiere auf. In der 2006 neu eröffneten Löwenanlage ist ein Informationszentrum realisiert worden, in dem die Zoo-Besucher über die prekäre Situation des Indischen Löwens informiert werden.

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Das Kuno Naturschutzgebiet – zweites Habitat für den bedrohten Indischen Löwen

Das über 345 Quadratkilometer grosse Kuno Naturschutzgebiet liegt im Nordwesten des indischen Bundesstaates Madhya Pradesh. Der Fluss Kuno teilt des Schutzgebiet in zwei Teile. Das Wildlife Institut of India hat das Gebiet wissenschaftlich untersucht und festgestellt, dass es sich in Bezug auf Vegetation und Beutetiere als zweites Habitat für den bedrohten Indischen Löwen bestens eignet. Der Zoo Zürich hat das Forschungsprojekt finanziell unterstützt.

Die Region um den Kuno Fluss war schon immer sehr artenreich. Hier leben Pflanzen und Tiere, welche für das indische zentrale Hochland typisch sind. Die Vegetation besteht mehrheitlich aus Grasland und Trockenwäldern, deren Bäume wie Kardhai und Boswellia saisonal ihre Blätter verlieren. Die Tierwelt des Schutzgebietes besteht aus Grasfressern wie Nilgai-Antilope, Vierhorn-Antilope, Sambar-Hirsch, Chinkara-Gazelle, Wildschwein und Raubtieren wie Leopard, Hyäne, Fuchs, Schakal, Wildkatze und Kragenbär.

Naturschutzausstellung im Zoo Zürich: Mensch und Löwe – Beziehung zwischen Angst und Verehrung