Zerstörung

Tropischer RegenwaldDie immergrünen Regenwälder gedeihen in ganzjährig feuchtwarmen Gebieten der Tropen. Ihre weltweite Verbreitung ist beschränkt auf Mittel- und Südamerika, Afrika und Madagaskar, Süd- und Südostasien, Neuguinea und Australien.

Der Regenwald an der Ostküste Madagaskars ist ein "Paradies auf Erden". Er gehört zu den artenreichsten Regionen auf der ganzen Welt. Auf einer Fläche von nur zehn mal zehn Metern wachsen über einhundert verschiedene Pflanzenarten.

 

 

MadagaskarKarte Madagaskars

Auf der viertgrössten Insel der Welt (14 mal grösser als die Schweiz) leben mehr als doppelt so viele Menschen wie in der Schweiz, nämlich 19.4 Millionen (Stand Februar 2008). Die riesige Insel ist umgeben von den Komoren, Aldabra, den Seychellen, Mauritius, Réunion und Rodrigues und liegt östlich von Afrika im Indischen Ozean. Hauptstadt und gleichzeitig grösste Stadt (etwa 1.5 Million Einwohner) ist Antananarivo, auch "Tana" genannt. Die offiziellen Sprachen sind Malagasy und Französisch.

 

 

Wirtschaft

Wirtschaftlich gesehen gehört Madagaskar zu den ärmsten Staaten der Erde. Massive Absatzprobleme und der stetige Preiszerfall für typisch madagassische Exportprodukte wie Kaffee, Gewürznelken, Rindfleisch, Edelsteine und Erze treiben das Land in immer grössere Armut. Die Folgen der katastrophalen Naturzerstörungen – Erosion, sinkende Bodenfruchtbarkeit, verschmutzte Gewässer – schaden dem Land zusätzlich. Häufig auftretende Zyklone verwüsten ganze Landstriche und werfen die Entwicklung der Insel abermals um Jahre zurück.

BrandrodungBrandrodung

Madagassische Bauern bepflanzen gerodete Urwaldböden meist mit Monokulturen. Die Pflanzen verbrauchen jedoch die knapp verfügbaren Nährstoffressourcen innert kurzer Zeit und die heftigen Regenfälle schwemmen die ohnehin dünne Humusschicht in Null Komma nichts weg. Innert zwei bis drei Jahren ist der Boden völlig ausgelaugt - selbst Düngen ist nutzlos. Ein Teufelskreis beginnt!

Die Bauern sind gezwungen, immer mehr Urwaldboden für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung abzubrennen. Unfruchtbares, meist mit Gräsern bewachsenes Ödland bleibt zurück.

Tavy

In Indonesien und Malaysia hat der Wanderfeldbau eine lange Tradition. Bauern roden und verbrennen kleine Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung. Nach zwei bis drei Jahren ziehen sie weiter und kehren erst nach einigen Jahren, wenn der nachwachsende Regenwald das Gebiet wieder regeneriert hat, zurück. Die Madagassen nennen diese Art von Brandrodung Tavy. Wenn der Bevölkerungsdruck steigt, gerät jedoch Tavy aus den Fugen. Fehlende Sachkenntnis über bodenschonendere Nutzungsmethoden und kulturelle Ursachen, wie das sozial höhere Prestige bei grösserem Landbesitz, tragen zur fortschreitenden Tropenwald-Zerstörung bei.

ZerstörungsrateZerstörungsrate

Die Zerstörungsrate der Tropenwälder ist unglaublich hoch; schätzungsweise die Fläche des Masoala Regenwaldes in Zürich (11'000m2) pro Sekunde. Die Ursachen sind vielschichtig und von Land zu Land verschieden. Kommerzieller Holzeinschlag, grossflächige Brandrodungen für Vieh- und Plantagenwirtschaft, kleinere Brandrodungen der Kleinbauern, die Gewinnung von Bodenschätzen und Erdöl, die Nutzung der Wasserkraft und die Einwanderung oder die (zwangsweise) Umsiedlung von Landlosen sind die wichtigsten Ursachen.