• Elefantenbaby Ruwani im Zoo Zürich
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05.04.17

Zoonews-Magazin Frühling 2017: Ein neuer Rüssel

Fast zwei Jahre dauerte die Trächtigkeit. Nun stapft das erste Junge von Elefantenkuh Farha munter im Kaeng Krachan Elefantenpark umher.

Vor fast zwölf Jahren machte Farha selber Schlagzeilen: Eines Morgens kam sie im Kreise der ganzen Elefantengruppe in der Aussenanlage des alten Elefantenhauses zur Welt. Nun ist Farha selber Mutter geworden. Begleitet von ihrer Mutter Ceyla-Himali, die mit sechs eigenen Jungen wohl erfahren ist in solchen Situationen, hat Farha am 25. Februar um 7.34 Uhr ein weibliches Kalb geboren. Dies nach einer Tragzeit von 666 Tagen. Das Junge trägt den Namen Ruwani, was in Sri Lanka «wie ein Edelstein, sehr wertvoll» bedeutet.

Die junge Elefantenfamilie erkundet zum ersten Mal den Kaeng Krachan Elefantenpark. 

Drücken und pressen

Die Geburt erfolgte in einer mit Sand ausgestatteten Hintergrundanlage. Bereits nach drei Minuten stand das Kalb erstmals. Die Aufregung rund um die Geburt übertrug sich auch auf die anderen Elefanten im Haus. Ein vielstimmiges Trompeten-Getöse begrüsste das neue Herdenmitglied herzlich. Die bei Neugeborenen üblicherweise genannten Masse wie Gewicht und Grösse können nur vage angegeben werden, da im Kaeng Krachan Elefantenpark kein direkter Kontakt mehr zwischen Elefanten und Pflegern besteht. Basierend auf Erfahrungswerten dürfte sich das Geburtsgewicht im Bereich von 120 Kilogramm bewegen. Noch keine Bedeutung haben für Ruwani die Tierpfleger. Das ändert sich, wenn sie anfängt, feste Nahrung zu sich zu nehmen: Dann avancieren die Tierpfleger zu potentiellen Futterlieferanten.

Geburt von Elefantenbaby Ruwani im Kaeng Krachan Elefantenpark.

Zürich meets Hamburg

Ruwanis Geburt ist insgesamt die zehnte Elefantengeburt im Zoo Zürich und die zweite im 2014 eröffneten Kaeng Krachan Elefantenpark. Diese Geburt weist ein paar Besonderheiten auf: Für beide Elternteile ist es der erste Nachwuchs. Vater des Kalbes ist Thai, der 2004 in Hamburg geboren wurde und seit 2014 in Zürich lebt. Thai ist der «Juniorpartner» von Maxi, dem Vater von Farha. Da beide Eltern schon im Zoo geboren sind, ist das Jungtier nun der erste Elefant in zweiter Zoogeneration in Zürich. Grossvater Maxi hat bereits Enkel in England, Deutschland, Irland und Japan und nun auch im gleichen Haus.

Ceyla-Himali und Farha sind ein enges Gespann. Während Ceyla-Himali mit Ausdauer bei Futterstellen verharrt, geht Farha vielfach umher und erkundet auch entlegenere Winkel der Anlage. Zwischendurch kehrt sie aber immer wieder zu ihrer Mutter zurück, wenn auch nur zu einer kurzen Kontaktaufnahme. Dieses Gespann hat nun Zuwachs – und Jungenbetreuung ist Familiensache. Es wird auch für die Zoomitarbeitenden interessant zu beobachten, wie Grossmutter Ceyla-Himali sich hier einbringen wird.

In der anderen Familiengruppe mit Indi und Chandra hatten wir die umgekehrte Ausgangslage: Die Tochter Chandra erhielt mit Omysha ein Schwesterchen und übernahm Betreuungsaufgaben, wie etwa die Aufsicht beim Baden. Die Rolle der «Bademeisterin» wird Farha als ausgesprochene Wasserratte wohl selber übernehmen.

Grossmutter Ceyla-Himali und Mutter Farha mit Elefantenbaby Ruwani.
Grossmutter Ceyla-Himali (links) und Mutter Farha sorgen sich gemeinsam ums Wohl von Ruwani.

Rüsseln will gelernt sein

Noch ist das Jungtier sehr ruhebedürftig. Sein Rüssel scheinteiner eigenen Dynamik zu folgen. Zum wiederholten Malewird es spannend zu erleben, wie sich der anfänglich lästigeund schwierig zu steuernde Rüssel Schritt für Schrittzu einem äusserst geschickten und vielseitig einsetzbarenGreiforgan entwickelt.

Babyelefant Ruwani lernt den Umgang mit ihrem Rüssel.

Zoonews Frühling 2017

Dieser Artikel erschien in den Zoonews Frühling 2017. Dies gesamte Ausgabe können Sie sich hier online durchblättern oder herunterladen.