• Nebenweg/Erlebnispfad im Masoala Regenwald

Nachhaltigkeit im Zoo Zürich

Der Zoo Zürich als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur und als Zentrum für den Naturschutz arbeitet stetig daran, selber Ressourcen zu schonen und die eigene Nachhaltigkeit zu optimieren.

Der Zoo Zürich ist klimaneutral. Er hat eine freiwillige Zielvereinbarung mit der Energie-Agentur der Wirtschaft unterzeichnet. Darin verpflichtet er sich zu einer weiteren Einsparung von CO2. Für das Jahr 2015 hat der Zoo Zürich mittels des «Greenhouse Gas Protocol» einen restlichen betrieblichen CO2-Ausstoss von rund 3500 Tonnen ermittelt. Er wird mit Zertifikaten aus dem Makira-Projekt in Madagaskar kompensiert. Das Waldgebiet nahe des Masoala-Nationalparks ist als REDD+-Projekt mit Gold-Status validiert. REDD steht für «Reducing Emissions from Deforestation and Degradation» und bezeichnet Projekte, in denen die Abholzung verhindert und die Wiederaufforstung vorangetrieben wird. Zusätzlich profitiert die lokale Bevölkerung vom Schutz der Wälder.

zur Energie-Agentur der Wirtschaft

zum Makira-Projekt in Madagaskar

Der Zoo Zürich bezieht zu 100 Prozent Ökostrom des Labels «naturemade star» von den EWZ. «naturemade» steht für Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Sonne, Biomasse und Wind. Zusätzliche Energie produzieren zooeigene Photovoltaikanlagen und Solar-Panels. Grünabfälle und Mist werden für die Produktion von Biogas verwendet. Wo möglich werden in den Tierhäusern, im Besucherbereich und in den Büros Stromsparlampen und Bewegungsmelder eingesetzt. In einigen Tierhäusern, in den Restaurants und in Leuchten mit FL-Leuchtmitteln regulieren Vorschaltgeräte die Stromschwankungen. Durch eine konstante und leicht verringerte Spannung ermöglichen sie es, den Stromverbrauch um 15 bis 30 Prozent zu verringern.

zu den EWZ

Im Zoo Zürich wird gesamthaft rund 90 Prozent der Wärme nachhaltig produziert. Rund 70 Prozent der Wärme wird mit Holzschnitzeln aus dem Wald erzeugt. Durch den Einsatz von 6500 Kubikmetern Holzschnitzel können bis zu 650‘000 Liter Heizöl eingespart werden. Der CO2-Ausstoss hat sich dadurch um 1500 Tonnen pro Jahr reduziert. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und CO2-neutral.

Im Jahr 2010 wurden zudem 40 Erdsonden je 250 Meter tief gebohrt. Über eine Wärmepumpe erzeugen sie nun den grössten Teil der benötigten Wärme für den Masoala Regenwald. Überschüssige Kälte der Wärmepumpe wird durch Wärmerückgewinnung für die Gastronomie und die Lüftung des Masoala Regenwalds genutzt. Durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen, die Erneuerung der Energiezentrale und eine optimale Wärmedämmung bei Um- und Neubauten werden die Heizleistung und vor allem der Öl-Anteil im Zoo Zürich zusätzlich reduziert.

Der Zoo Zürich reduziert seinen Wasserverbrauch auf ein Minimum, wobei auf die Bedürfnisse der Tiere Rücksicht genommen werden muss. Die zum Teil sehr grossen Wasserflächen werden unter anderem durch Teichreinigungssysteme in der Anlage selbst gereinigt. In verschiedenen Bereichen des Zoos wird Regenwasser und Grauwasser für die Nachspeisung der Teiche, die Beregnung und im Sanitärbereich für die Klospülung eingesetzt. Der Masoala Regenwald wird durch aufbereitetes Regenwasser versorgt.

Der Zoo Zürich trennt und wiederverwertet den Abfall konsequent. Metall, Holz, Papier, Karton, Bauschutt, Grüngut, Batterien und PET werden auf dem Betriebshof gesammelt, getrennt und fachgerecht entsorgt. Durch die Zentralisierung, grössere Mulden und ein effizientes Entsorgungskonzept werden Fahrten eingespart. Grünabfälle wie Mist und Speisereste werden der Biogasproduktion zugeführt. Pflanzenteile (Stämme und Äste) und Holzschnitzel aus dem eigenen Wald werden für die Tiere aufbereitet. Nach Gebrauch werden sie kompostiert und weiter verwertet (Kompost, Rindenmulch, Erde etc.). Altes Holz wird zum Teil zur Verhaltensanreicherung genutzt. Danach wird es gehackt, als Holzschnitzel in Tieranlagen und zum Schluss als Grünabfall zur Biogasherstellung verwendet.

Der Zoo Zürich empfiehlt den Besuchern, mit Öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und kommuniziert dies aktiv. Mittels Partnerschaften mit den SBB und dem ZVV setzt er entsprechende Anreize. Die Partnerschaften baut er kontinuierlich aus. Zudem verfolgt der Zoo Zürich weiterhin das Projekt einer Seilbahn von Stettbach auf den Zürichberg. Sie würde die Anreise mittels ÖV attraktiver machen und weiter fördern.

zur Zooseilbahn

Die Anreisefahrten der Besucher gehören nicht zum eigentlichen Betrieb. Sie sind Immissionen der Besucher und werden nicht durch den Zoo Zürich kompensiert.

zu den Anreiseinformationen

Der Zoo Zürich baut nach den ökologischen Richtlinien des Kantons Zürich. Er verwendet FSC-Holz, wobei zur Vermeidung von grauer Energie europäisches Holz bevorzugt wird. Der Zoo Zürich setzt lösungsmittelfreie Malerfarben, Lacke und Leime ein und vermeidet FCKW und andere toxische Substanzen. Sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen orientiert sich der Zoo Zürich an den Vorgaben gemäss den Musterkennzahlen der Konferenz Kantonaler Energiedirektoren EnDK. Schwere Transportgeräte von Fremdunternehmen müssen mit Russpartikelfiltern ausgerüstet sein. Wiederverwertbare Baumaterialien werden fachgerecht getrennt. Wo immer möglich wird rezykliertes Betonkies verbaut. Aushubmaterial wird auf der gleichen Baustelle wiederverwendet.

zur Baudirektion ZH

zum Forest Stewardship Council

zur EnDK

Damit der Zoo Zürich funktioniert, müssen täglich rund 70‘000 Franken aufgewendet werden. 75 Prozent dieser Betriebskosten nimmt der Zoo Zürich durch den Verkauf von Eintritten, Tierpatenschaften, den Verkäufen in den Zooshops, Einnahmen aus den Veranstaltungen und Restaurants und durch das Sponsoring der Zürcher Kantonalbank ZKB, der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich EWZ, der Mobiliar sowie der Migros Genossenschaft Zürich ein. Die restlichen 25 Prozent der Betriebskosten teilen sich die Stadt Zürich und der Kanton Zürich je zur Hälfte. Der Beitrag der Stadt Zürich entstammt dem regulären Budget der Stadt. Der Kanton Zürich entnimmt seinen Beitrag dem Kantonalen Lotteriefonds. Dieser erhält seine Finanzmittel durch die Ausschüttungen der Swisslos Interkantonalen Landeslotterie.

Die Spenden von Privatpersonen und Firmen an den Zoo Zürich fliessen vollumfänglich in den Bau neuer Tieranlagen. Sie werden nicht für die Betriebskosten verwendet.

zu den Spendeninformationen

Zwei Prozent des Umsatzes des Masoala Restaurants und Shops gehen an den Masoala Nationalpark in Madagaskar, zwei Prozent des Umsatzes des Pranburri Kiosks im Kaeng Krachan Elefantenpark an den Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand. Zudem unterstützt der Zoo Zürich weitere Naturschutzprojekte auf der ganzen Welt mit Sammelaktionen und Hintergrundinformationen.

Der Zoo Zürich ist bestrebt, im Bereich der Nachhaltigkeit stetig besser zu werden, um damit Ressourcen aber auch Geld zu sparen. In den nächsten Jahren werden hierzu folgende wichtigste Massnahmen verfolgt:

  • Optimierung des Energie- und Wasserverbrauchs;
  • Reduktion der Abfallmenge;
  • Alte Häuser auf ihre Wärmedämmung hin überprüfen, sanieren oder ersetzen;
  • Optimierung der Transportlogistik;
  • Bezugsquellen und deren Nachhaltigkeit für Restaurant- und Shopprodukte überprüfen und anpassen;
  • Information und Sensibilisierung der Zoobesucher bezüglich ihres Einflusses auf die Erhaltung der Tierwelt.